BUKEPHALOS Die Coaching & Kreativwerkstatt       
  
 


BlogARTig


Hier schreibe ich über die alltäglichen Dinge. 

Wenn es dir gefällt, freue ich mich über einen Eintrag im Gästebuch.










April 2019

#WegmitdenaltenZöpfen

Es funktioniert gut. Schon lange. Du hast dich eingerichtet, lebst deinen Alltag so gut es geht, Familie, Kinder, Job, das übliche eben- viel Energie ist da nicht über. Wenn außergewöhnliche Dinge dazukommen wird es eng, dann bist du schnell am Limit. Erschöpft. Freitags der hoffnungsvolle Blick aufs Wochenende- so viel Zeit, da schaffst du was.
Und Sonntagsabend dann der müde Blick auf die Uhr- resigniert.
Denn du hast fast nichts "geschafft", und du bist erschöpft- wie im Wimpernschlag ist das Wochenende vorbei.

Bist du glücklich? frage ich dich.
Naja, sagst du- wer ist schon immer glücklich?
Es ist immer ein auf und ab- und ja, eigentlich bin ich zufrieden. Vielleicht holpert es manchmal auch etwas- aber alles in allem... es muss ja... so gehts doch jedem...

Es muss also. Was ich sehe, ist: Wenn es denn gerade mal wieder so holpert, dann gehts dir nicht so gut. Dann legst du die Ohren an und durch. "Das ist ein temporäres Problem" sagst du dir. Und dass du nur kurz durchhalten musst, dann wirds wieder besser.

Veränderung, schlage ich vor. Dein panischer Blick zeigt mir deutlich, was du von sowas hältst. Etwas anders machen? Nicht wissen, was dann kommt? Never.

Ja klar. Das macht vielleicht erstmal Angst. Neues, Ungewohntes- wer weiss, ob das besser wird? Dann doch lieber bei dem bleiben, was du kennst- ist zwar auch nicht wirklich das was du möchtest- aber wenigstens kennst du, was dich unglücklich macht.

WAS WENN ES BESSER WIRD. WENN DU GLÜCKLICH WIRST.
Dein Blick ist unsicher- ein Schimmer Hoffnung stiehlt sich hinein.

Ja, es kann sein, dass alles, was du zur Veränderung brauchst, längst da ist. In dir. Und dass es dabei gar nichts "auszuhalten" gibt. Dass dich niemand einschränkt, fordert, nervt, in die Enge treibt und dein Zeitmanagement sabotiert- ausser dir selbst. Das Veränderung nicht immer bedeutet, alles komplett umzumodeln- sondern manchmal damit beginnt, einen alten Zopf abzuschneiden.

Etwas zu lassen- sich Zeit einfach mal zu nehmen- für dich selbst. die ganzen Verpflichtungen einfach mal hintenanzustellen- ein klares "Nein! ich brauch jetzt mal Zeit für mich" in die Welt zu schmettern und sich mit dem Lieblingsbuch mal ganz ohne schlechtes Gewissen auf der Gartenliege in eine andere Welt zu befördern.
  
Bist du denn immer glücklich? fragst du mich.
Ja. Und das kann ich aus tiefstem Herzen sagen. Ja, ich bin glücklich. Mein Leben ist manchmal traurig- es ist auch anstrengend und nicht immer passiert alles so, dass es mir gefällt- aber auch dabei ist mein Grundgerüst trotzdem glücklich. Denn ich darf das Leben leben, was ich möchte. Ich darf die Dinge tun, die mir Spass machen. Weil ich es mir erlaube- ich erlaube mir jeden Tag herauszufinden, was für mich bestimmt ist, was Heike eigentlich ausmacht- wie ich gemeint bin. Und je näher ich an diese Version von mir komme- um so glücklicher bin ich.

Was nicht mehr zu mir passt- weg damit!
Was mich bereichert- her damit!

Probier es doch mal aus!
Herzlichst Heike












November 2018

Als Kind war ich ein Tagträumer. Ich hab mir mein Leben ausgemalt, und ich konnte es kaum erwarten meine erträumten Dinge in die Tat umzusetzen. Ich hatte klare Vorstellungen von meiner Zukunft- ich war 7. Wenn ich erstmal groß bin...
Ich wusste noch nicht, dass man im Leben zwar gern einen roten Faden haben darf, dass planen allerdings meistens nicht funktioniert. Wenn erst.... Irgendwann war ich dann groß genug um allein mit dem Fahrrad zu den Pferden zu fahren, und alle weiteren Träume verblassten- ich hatte alles, wovon ich träumte. 
Ich lebte mit Leib und Seele, und tat genau das, was ich wollte. Ich war damit glücklich- lange Zeit. Schule, Arbeit, das Wenn trat wieder in mein Leben.

Das Einzige was ich in meinem Leben bereue...
Hmm. Ich bereue bisher nichts. Vielleicht habe ich mit manchen Dingen zu lange gewartet, zu lange "ausgehalten", weil es ein Wenn gab.
Man denkt im Leben ja immer-wenn... ich das nächste Ziel erreicht habe... dann….
Wenn ich das habe... wenn ich dies habe... wenn ich erst mal den neuen Job habe…wenn ich diese Durststrecke überwunden habe…erstmal verheiratet bin… die Kinder da sind... wenn die Kinder aus dem Haus sind…..
...wenn wenn wenn...Es kommt immer ein neues wenn. 

Ein wenn sollte uns nicht aufhalten.
Es sollte uns nicht davon abhalten, genau die Dinge zu tun die uns wichtig sind -und zwar in genau dem Moment, in dem wir den Impuls dazu verspüren.
Wenn mein Dasein auf dieser Erde endet, dann möchte ich nicht sagen "hätte ich doch“ oder "warum hab ich nicht“...
Ich möchte sagen "Ich bin froh, dass ich es gemacht habe -vielleicht war's nicht immer erfolgreich Aber ich hab es probiert. Ich hab getan, was mir wichtig war“.
Ich möchte nicht bereuen, dass mich wenns eingelullt haben, in Lebenssituationen in denen ich nicht glücklich, nicht ich selbst war.

Lebst du auch ein "Wenn ich"? 
Weisst du noch, wovon du geträumt hast?
Ist dir bewusst, was du JETZT wirklich willst?

Intuitives Zeichnen und Malen mit dem inneren Kind kann dir wieder mehr Zugang zu dir und deinen Bedürfnissen schenken. 

Nächster Workshop/ März 2019




Mai 2018

Ich hab mir eine neue Lesebrille gekauft. 
Plötzlich sind alle Buchstaben wieder riesig und gestochen scharf. So wie ich immer gesehen habe.
Immer? 
In den letzten Monaten war alles etwas verschwommen- meine Sicht auf die Dinge. Ohne Brille. 
Ich hab es gar nicht gemerkt, zuerst. 
Man betrachtet als normal, was man gewohnt ist, auch wenn es nicht normal ist.
Wenn ich mit meiner neuen Brille den Blick hebe, sehe ich nichts mehr. Nur das, was direkt vor mir ist. Alles andere verschwimmt. 
Heisst das, ich lebe auch oft mit Tunnelblick? Sehe ich nur das, was direkt vor meiner Nase ist?

Was ist jetzt real? Der gestochen scharfe Ausschnitt, direkt vor mir? Ohne Brille sind die Buchstaben nicht mehr tiefschwarz, eher grau. Ist das real? Oder das tiefschwarz?
Ich sehe also immer die Realität, für die ich gerade ausgerüstet bin. Die Realität, in der ich gerade in einem Zustand bin, sie wahrzunehmen. Und dann ist es doch nur meine ganz persönliche, ganz eigene.

Meine Brille macht mir wieder einmal mehr klar, unsere Sicht der Dinge ist unser eigener ganz subjektiver Focus. Der niemals der Gleiche ist, wie der eines anderen Menschen.
Wir alle sind eine Insel und auch wenn wir es schaffen, uns mit anderen Inseln zu verbinden, manchmal sogar zu verschmelzen, bleiben wir doch immer in unserer eigenen Realität, in unserer eigenen Sicht.

Was für eine Arroganz zu glauben, die eigene Wirklichkeit gilt für Jeden! Oder es sogar zu fordern.
Es gibt unzählige Wirklichkeiten, so viele, wie es Betrachter gibt.

Auch ohne meine Brille halte ich das, was ich sehe, für meine Wirklichkeit. Und ich lebe darin, beurteile, orientiere mich, glaube und handle. Und dann stelle ich fest, ein winziger Tausch des Blicks, und auch mein Handeln, Glauben und Beurteilen ändert sich. Drastisch.

Ich hab in den letzten Monaten oft nach einem Warum gefragt, für Dinge, die sich verändert haben, obwohl ich noch gar nicht so weit war, keine Veränderung wollte, sie nicht verstanden hab. 

Die Antwort gibt mir heute meine Brille. 
Andere haben eben auch eine Brille. 
Und manchmal keine. 
Auch da ist nichts beständig, sondern im stetigen Wandel. Auch der Blick auf mich.

Brille ab, Brille auf- Veränderung der Perspektive. 
In jedem Moment. 
Wie das Leben an sich, immer in Bewegung. 
Manchmal sicher beängstigend in seiner Schnelligkeit, wenn wir es uns gerade nett gemacht haben in unserer Situation, uns wohl fühlen. Dann soll es auch bitte erstmal so bleiben.
Aber so läuft das Leben nicht. Es interessiert nicht, ob wir gerade verweilen möchten, die Aussicht geniessen und die Füsse hochlegen, weil es hier so nett ist. Es geht weiter, und vielleicht völlig anders.

Manchmal müssen wir rennen, kommen kaum zum atmen, von Füsse hochlegen sind wir meilenweit entfernt, das Leben verändert sich. 
Und wir uns mit. 

Gestern ist vorbei. Morgen kenn ich noch nicht. 
Sorgen über morgen sind also totaler Quatsch und Erinnerungen an gestern zwar schön, nehmen aber den Raum für etwas viel Wichtigeres- diesen Moment. Immer nur genau diesen. Jetzt.

Und dann wird auch schnell klar, dass meine Vorliebe für Sicherheit, für Versprechen und „für Immer“ genau da Ihren Ursprung hat- in dem Versuch, den Moment zu verewigen. Festzuhalten.

Das Leben lässt sich nicht festhalten. Es steht nicht still. Und es gibt unzählige Möglichkeiten es zu sehen. 
Je nach Brille. 

Und eigentlich ist das ganz wunderbar.

Herzlichst Heike




Ende April 2018

Erwartung.

Vier Wochen ist meine Hündin May jetzt bei mir. 
Vier Wochen voller Veränderungen…

Es war Liebe auf den ersten Blick -wir haben uns gesucht und gefunden. May ist die reine Freude, es ist, als wäre ich endlich wieder richtig komplett.
Es war auch anstrengend. May kannte nichts. Keine Wohnung, keine Regeln. Sie war überfordert mit all den Eindrücken und neuen Situationen.
Verunsichert und voller Angst. Ein 30 kg Welpe, ungestüm in seiner Angst, aber auch in seiner Freude. Und so voller Liebe…

Hundebegegnungen waren ein großes Problem. In ihrer Unsicherheit und Angst hat sie alles attackiert. Ich hatte einen wilden und äußert anstrengenden Hund am anderen Ende der Leine. In den ersten Tagen habe Ich Ihr viel Zeit gelassen Sie sollte ankommen- in ihrem Tempo -ohne Druck -ohne Zwang. Ich dachte, ich hab keine Erwartung.
Meine Pferde leben seit Jahren mit mir ohne irgendetwas für mich „leisten“ oder tun zu müssen. Sie sind einfach da, führen ihr eigenes Leben, in das ich mich wenig einmische und in dem ich nur dafür sorge, dass sie es leben können. Hier gebe ich Raum zum nein sagen- witzigerweise tun sie es sehr selten. Ich dachte, das, was ich bei meinen Pferden gelernt habe, lebe ich auch in allen anderen Lebensbereichen.

May ist ein Schäferhund. Und ein sehr intelligenter noch dazu. Sie möchte alles richtig machen. Sie möchte lernen. Sie möchte mir gefallen.
Natürlich gab es das Wort „Nein“. Häufig. Beim Anfressen meiner Möbel. Beim Jagen der Katze. Beim Garten umgraben. Beim gegens Auto springen. Beim Kissen zerfressen. Bei allen Situationen, in denen sie das tat, was sie für richtig hielt. Ohne die „Regeln“ zu kennen- ohne zu wissen, ob ich es richtig finde.

Irgendwann, nach einer Woche oder zehn Tagen waren wir auf unserer täglichen Runde im Wald. Die Schleppleine hing locker zwischen uns und immer wieder drehte sie sich zu mir herum, wartete auf mich und sah mich an. Der Spaziergang war für sie, aber sie achtete mehr auf mich als auf den Wald.
In diesem Moment wurde mir klar, dass sie versuchte, für mich zu funktionieren. 
Und ich stand da und dachte -Nein. 
Das war nicht meine Absicht.

Ich stand da und heulte. Heulte, weil dieser wundervolle Hund in all seiner Unsicherheit und Angst versuchte, es mir noch irgendwie recht zu machen. 
Heulte, weil ich an meinen Lieblingsmenschen denken musste, der nicht mehr in meinem Leben ist. Und der auch versucht hat, mir „gerecht“ zu werden.
Und ich ihm. Mit dem ich gemeinsam am „funktionieren“ gescheitert bin. Bei dem ich gern so vieles anders gemacht hätte. Aber für manche Dinge gibt es eben nur einen Durchlauf. Dann müssen wir unsere Erkenntnisse vielleicht einfach mitnehmen... 

Liebe ist bedingungslos. Ob Mensch oder Tier, wenn Liebe uns verbindet, dann nicht weil…. Sondern eben einfach so.
Liebe erwartet nicht. Es gibt kein Funktionieren. In Liebe muss nichts perfekt sein.
Ich weiss das auch. Aber manchmal vergesse ich es wohl… 
In Liebe ist man einfach. So, wie man eben ist. Ungewertet. 
In diesem Moment hab ich losgelassen. Alles.
Jede Erwartung.
An mich, meinen Hund, mein Leben. An alles, von dem ich klare Vorstellungen hatte. Von dem ich will oder wollte, dass es so ist oder wird, wie ich es gern hätte.

Was für eine unglaubliche Arroganz zu glauben, ich müsste meinem Hund etwas beibringen. Dieser Hund ist perfekt wie er ist. Nicht irgendwann. Jetzt.
Mein Hund hat soviel durchgemacht, war fast noch ein Welpe, als sie trächtig wurde. Allein gelassen, ausgesetzt. Weggestoßen von denen, die sie geliebt hat.
Denen sie am meisten vertraut hat. Ich kann nur vermuten, wie schlimm der Winter auf der Straße mit ihren Welpen für sie war, der tägliche Kampf ums Überleben, das mit Steinen beworfen werden, geschlagen... 
Und trotzdem. Obwohl sie so enttäuscht wurde, hat sie mir vom ersten Moment an vertraut. Sie hat nicht aufgehört zu lieben. 
Ich lerne also wohl eher von ihr.
Ich lerne, dass das Leben so ist, wie es ist. Dass sich Türen schließen und andere eben dafür öffnen.
Dass man immer wieder Anlauf nehmen muss. Wieder losgehen. Wieder neu vertrauen. Weiter lieben. Denn damit hört man nie auf.
Dass man sich einlassen muss, auch wenn man unsicher ist. Auch wenn man Angst hat. Weil das eben das Leben ist und die einzige Chance wieder glücklich zu sein.
So simpel, und eben doch manchmal so schwierig….

Ich lerne von meinem Hund, dass es nichts weiter braucht als zu Sein.
Im Moment.
Was Für ein Geschenk.

Ich habe zu ihr gesagt- du musst nichts. Alles wird sich finden. Unser Leben wird sich ergeben. Es wird wachsen. Ich bin glücklich, jetzt. So oder so.

Morgen ist May genau vier Wochen bei mir. 
Seit ein paar Tagen sind andere Hunde kein Problem mehr. Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, erwartet mich seit 3 Tagen keine zerstörte Wohnung.

Ich glaube mein Hund kommt an. 
Er kommt an, in dem Raum, den ich endlich frei von Erwartung geben kann. 
Manchmal braucht es dafür einfach nochmal Liebe- pur.








Frühling 2018

Für immer.

Sie,
hat dich wirklich gesehen.
All das, was dich ausmacht. Deine Großartigkeit, deine Einzigartigkeit.
Sie wollte dich einfach lieben, bedingungslos und glücklich.
Sie hat dich vorbehaltlos angenommen- und sie war frei mit dir.   
Es war nicht nötig, ihr irgendetwas zu versprechen.
Sie brauchte nichts von alledem.
Alles, was sie wollte, warst du.

Es brauchte nur einen Platz in deinem Leben. Das hat sie sich gewünscht, und im Rausch ihrer Andersartigkeit, ihrer Präsenz und Zuwendung zu dir, hast du dich bereitwillig an sie verschenkt. Ihr habt Glück geteilt und verdoppelt.

Du wusstest, was sie für dich empfindet.
 Zu spüren, wie sehr sie dich liebt, hat dich wieder mitten ins Leben fallen lassen. Du hast ihr gesagt, dass sie dir wichtig ist- ihr gesagt, dass du dieselben Dinge willst. All die Worte von dir, wenn du an sie gedacht hast - nur um sie wissen zu lassen, du denkst an sie, wenn du zu ihr gesagt hast, du hast sie vermisst- sie hat gedacht, du fühlst wie sie.

Du wolltest gern in ihrer Nähe sein, dich weiterhin lebendig fühlen. Du hast Gefühle empfunden. Starke Gefühle, die deine Alltagseintönigkeit durchbrochen haben. Gefühle, die all deine leeren, engen Räume von Schwermut mit Licht geflutet haben. Sie war dein Lichtblick.

Aber du warst nicht bereit, Neues zu wagen. Du warst nicht bereit, deine ausgetretenen gewohnten Pfade zu verlassen, wolltest nicht noch einmal verbindlich sein. Du wolltest deinen kuschligen Karton aus vermeintlicher Sicherheit  nicht verlassen.
Also warst du lieber nur gelegentlich in ihrem Leben. Nicht bereit, irgend etwas für sie loszulassen.
Dabei hat sie das gar nicht gewollt. Hat es nie verlangt.

Sie war bei dir, obwohl es keinen Platz für sie gab.
Aber das hast du nicht gesehen.

Du hast alles für selbstverständlich gehalten. Dachtest, sie wäre einfach da, auch wenn du nichts mehr von dir gibst. Dachtest, sie leuchtet für dich, wenn du es brauchst, und hält sich zurück, wenn du mit deinem anderen Leben beschäftigt bist. Du hast sie für Erwartungen und Vorstellungen von einem Leben mit dir verurteilt. Dass sie über den Moment hinaus dachte. Dich in ihrem Leben wollte. All das war dir zu viel. Und hast dabei vergessen, dass du von ihr erwartet hast, nur deine Alltagsauszeit zu sein.
Leicht, unbeschwert und ohne etwas von dir zu verlangen.

Und während du dir deiner Sache nicht sicher warst, wusste sie, dass du der Richtige für sie bist. Und sie hat dir die Wahl gelassen- ohne sie zu sein, denn sie wusste, sie war nicht das, was du erwartest. Aber du bist nicht gegangen. Du hast nicht losgelassen. Du wolltest, dass sie bleibt. Und so hat sie gekämpft, obwohl sie genau wusste, dass Liebe eben nicht kämpfen heißt. Aber sie hat erkannt, was ihr begegnet ist. Echte Liebe. Dafür wollte sie würdig sein.

Aber vielleicht warst du nicht bereit. Nicht bereit für jemanden wie sie. Nicht bereit für Liebe.
Das Leben fragt nicht, ob du bereit bist, die Liebe zu treffen.
Es wirft dich einfach mitten hinein, und es liegt an dir zu erkennen, was dir widerfährt und es zu nutzen. Einfach glücklich zu sein.
Aber das hast du nicht getan. 
Du hast nur noch gesehen, du "musst". Etwas verändern, etwas geben. 

Etwas loslassen, etwas versprechen. Dich binden, dich verpflichten.
Deine Gewohnheiten brechen. Und plötzlich war sie anstrengend für dich, alles verlor an Leichtigkeit.

Du hast dich geirrt. Es lag nicht an ihr. Es war dein eigenes Herz, das die Leichtigkeit verloren hat. 

Dein Herz, das du verschlossen hast, damit du seine Sehnsucht nicht mehr hörst. Sie hat nichts von alldem von dir gewollt. Sie hat nur gehofft, dass du sie liebst. Sie hat sich gefragt, warum sie nicht mehr gut für dich war, was sie anders machen könnte. Sie sah sich selbst als Fehler- nur weil sie so viel für dich empfunden hat-  und du dabei lieber zwischen “vielleicht” und “ich weiß es doch nicht” verweilst.

Diese Frau hat dich wahrhaftig geliebt. Genug, um dir all das trotz ihrer Angst dich zu verlieren, ehrlich zu sagen.
Und du hast ihr zugehört. Hast ihr gesagt, sie irrt. Hast sie beschwichtigt, abgefertigt, und letztlich belogen.
Du hast sie zweifeln lassen, dass ihre Intuition richtig ist, ihr versichert, alles wäre in Ordnung. Nur, um nur nicht hinsehen zu müssen. Um deine Ruhe zu haben. Dabei warst Du es selbst, der unruhig war, der schwer geworden ist. Du hast den Blick von ihr abgewandt.
Um nicht zu sehen, dass da ein Mensch steht, ein atmendes Herz, dass für dich schlägt und nicht versteht, warum du so feige bist. Um nicht sehen zu müssen, was dein Herz längst wusste. Du hast sie weggestossen.

All das war anstrengend für dich. Zu sehen, wie sie anfängt zu zweifeln, leidet, ihre Ent-täuschung, und immer noch die Hoffnung in ihren Augen. Und dann hast du entschieden.

Du hast entschieden, auszusteigen. Statt dich anzuschnallen, als es holprig wurde, bist du raus. Anstatt zu sehen, dass das Leben dir die Frau schickt, an der du wachsen kannst, die deine größte Chance ist, in dich selbst einzutauchen und alte Wunden zu heilen, allein durch den Spiegel ihres Blicks. War es Bequemlichkeit? War es Angst?

Du hast dir eingeredet, dass du keine Gefühle mehr für sie hast. Dass es an ihr liegt. Dass sie doch nicht zu dir passt.
Dass dein Leben stressfreier ist- ohne sie. Dass sie deine Ressourcen frisst.
Du hast sie abgewehrt. Fallen lassen. Du hast sie mit Phrasen abgespeist und sie alleingelassen, du hast dich ihrer entledigt, ohne ihr zu ermöglichen, ihre stille Würde zu erhalten.

Das wird sie dir verzeihen, irgendwann.

Aber mein Lieber, du hast in ihr eine Frau verloren, die vielleicht nur wenige Male in deinem Leben erscheint.
Eine, die wirklich  zu dir gehören wollte. Eine Chance auf Glück, die nicht jeder von uns oft erhält.
Du hast jemanden verloren, der nur deine Liebe und Wertschätzung brauchte-  sonst nichts. Wenn du zugelassen hättest. Du hast eine Frau verloren, die du vielleicht in jeder neuen Frau suchen wirst.
Aber- du hast ihr auch eine Chance eingeräumt. Eine Chance auf jemanden, der so liebt wie sie. Bedingungslos. Furchtlos. Ohne Vorbehalt.
Mit dem Mutall das zuzulassen, was Liebe ausmacht. Eines Tages wird sie so jemandem begegnen .

Aber vielleicht wirst du eines Tages ihre lächelnden Augen vermissen, ihr Lachen- und nach einer Frau suchen, die dich so inspiriert, wie sie es einmal getan hat. Vielleicht wirst du ihre Intensität vermissen. Die Art wie sie dich berührt hat, ihre Wärme, die dich gehalten hat.
Und du wirst vielleicht danach suchen, wenn du müde bist- wenn du Halt brauchst. Vielleicht wirst du ihre Worte vermissen, wenn dich niemand mehr versteht, niemand etwas sagt, wodurch du dich besser fühlst.

Vielleicht wird dein Verstand dann deine Entscheidung in Frage stellen. Vielleicht wirst du dich fragen, warum sie eben doch nicht  austauschbar ist. Und dein Verstand wird dich überzeugen, zu glauben, dass alles richtig ist, dass du ohne sie glücklicher bist. Ruhiger lebst. Mehr Zeit für anderes hast. Aber dein Herz wird es besser wissen.
Dein Herz lässt sich nichts einreden.

Vielleicht wirst du dann von ihr träumen, von all euren gemeinsamen Augenblicken. Du wirst vielleicht das pure Glück vermissen, dass den Raum überflutet hat, den ihr zusammen geschaffen habt.
Vom Glück ihrer Gegenwart, der Leidenschaft, dem Vertrauen- und von allem anderen, was sie ausgemacht hat.

Vielleicht wirst du dich fragen, ob du ihr sagen kannst, dass du sie vermisst, dich fragen, ob sie sich noch an dich erinnert.
Vielleicht bereust Du. Die Worte, die du nicht gesagt hast, die Dinge, die du nicht getan hast, der Mensch, der du mit ihr nicht  warst- und der Abschluss, den sie verdient hätte, und den du ihr nicht gegeben hast-  für all das wirst du dich vielleicht nicht mehr mögen.

Dass du auf halber Strecke aufgegeben hast- vielleicht wirst du es bereuen..
Vielleicht wirst du dann allein sein. Oder mit jemandem, der dich nicht wirklich sieht, in all deiner Großartigkeit. Irgendwann wirst du dich vielleicht fragen.

Und dann-
versichere ich dir.
Sie weiss, dass du an sie denkst, auch wenn du es nicht mehr sagst.
Sie weiss, dass dein Herz weh tut.
Sie weiss, dass du wolltest, aber nicht konntest.
Liebe hört nicht einfach auf.
Sie bleibt Teil unserer Seele, sie transformiert uns. In eine neue bessere Version von uns selbst.
Vielleicht teilen wir unsere Zeit nicht mehr, vielleicht gelten unsere Gedanken jemand anderem, anderen Dingen, anderen Menschen.
Aber unser Herz ist groß -und unsere Seele weit.
Es gibt genug Platz für Erinnerung.
Wir nehmen jeden Menschen mit, mit dem wir dieses Gefühl einmal geteilt haben, und jeden Menschen, dem unsere Liebe galt.
Das macht uns reich, das macht uns zu denen, die wir sind.
Deshalb frag dich nicht.
Bereue nichts.
Sei in der Gewissheit, dass alles was uns passiert, nur dazu dient, dass wir wachsen und lebendig sind, dass wir lernen und annehmen.
Dass Liebe immer nur bereichert-  auch wenn sie nur als Erinnerung bleibt.
Für immer.



März 2018

Nehmen wir die Dinge nicht persönlich.

Wer kennt es nicht, die Aufgabe und Rolle im Leben gefunden zu haben, die wir immer erfüllen und leben wollten, in der wir uns verwirklichen, die uns über uns selbst hinauswachsen lässt, in der wir unseren innersten Kern vollkommen finden und einfach wir selbst sind, und damit mehr Energie bekommen als jemals zuvor?

Oder den oder die eine gefunden zu haben - den Lieblingsmenschen, der uns ankommen lässt, uns in eine Welt voller Licht und Euphorie entführt, mit dem wir erleben, dass Grenzen sich auflösen, der uns inspiriert, uns komplettiert und alles in allem einfach glücklich macht?


Ich nenne das mal einen erfüllten Lebensplan!
Aber manchmal ist dieser Zustand eben nicht von Dauer. 

Und dann erleben wir Verlust, Verletzung, Enttäuschung, ein Gefühl verlassen zu werden und zu sein, Angst, Hoffnungslosigkeit…
Wenn unser Lebensplan endet, sind das heftige Gefühle. Menschen bringen sich deswegen um. 
Wie unser Kind, das wütend oder verletzt schreit, toben diese Gefühle in uns. Auch wenn wir zurückschreien, beruhig dich, oder weglaufen um nichts mehr zu hören, es wird lauter werden und uns folgen, vielleicht braucht es etwas Zeit dafür, aber es wird uns einholen. 


Wir könnten es auch trösten. Es beruhigen, bis sein weinen nachlässt. Vielleicht haben wir mit Kindern wenig Erfahrung, und sind erstmal sehr ungeschickt. Aber das spielt keine Rolle. Unser Kind will beachtet werden. Mit unserer Aufmerksamkeit wird es irgendwann ruhiger, und vielleicht auch friedlich. Auch wenn es uns erstmal ängstigt- es ist nur Geschrei, das wir durchstehen. Das Kind ist unser Anteil, der jetzt die meiste Zuwendung braucht. Wenn wir uns kümmern und ihn nicht bekämpfen, sind wir zufriedener. 

Und wenn wir uns- dem weinenden, wütenden Anteil- auch noch erklären können, warum etwas passiert ist, dann wird es plötzlich ganz still. Dann entsteht Raum. 
Denn Menschen oder Umstände, die uns aus unserem Wohlgefühl reißen, aus unserem wunderbaren Zustand des Glücks, die können uns wütend machen. Ent- täuschen. Verletzen. Und unser Selbstwert leidet.
Das Selbstwertgefühl ist eine erstaunlich labile Größe in unserem Seelenhaushalt. Es scheint manchmal direkt an jede Art von sozialem Feedback gekoppelt zu sein. Gerade Beziehungen zu Menschen, die uns etwas bedeuten, werden manchmal zu einem Test für den Selbstwert. Wir sind soziale Wesen – und damit erstmal abhängig vom Verhalten anderer. 
Und in unserer kontaktintensiven, auf Erfolg und Aufmerksamkeit getrimmten Umwelt sind unsere sozialen Sensoren auch sehr überempfindlich geworden. 
Wir haben eine gewisse Überempfindlichkeit gegenüber „empfundenen“ persönlichen Zurückweisungen entwickelt, die wir vom Leben bekommen. In Misserfolgen, im scheitern, im Verlust. In der Zurückweisung leiden wir psychisch und körperlich. Auch wenn wir die Empfindung vielleicht unbegründet haben, in der „Freeze-Reaktion“ erstarrt unser Körper äußerlich, und gleichzeitig wird unser inneres Stresssystem hochgefahren. Wir stehen gleichzeitig auf Gas und Bremse.
Ganz schlecht für uns. 
Und eine „empfundene“ Zurückweisung ist nicht weniger schlimm als eine echte. Unsere Reaktion bleibt gleich. 
Zeit also, das Selbstwertgefühl neu zu definieren. 
Zeit dem Kind, das ob des Verlusts, der Zurückweisung mit hochrotem Kopf vor Wut schreit, und uns nichts anderes wahrnehmen lässt, Aufmerksamkeit zu geben. Zeit, zu verzeihen, wer oder was da den Tobsuchtsanfall ausgelöst hat.
Das erfordert einen gewissen Abstand in der Betrachtung der Dinge. Ein heraustreten aus der Situation, und das mit dem schreienden Kind im Arm- hier sind wir schnell auch mal überfordert. 
Aber wir können. Langsam vielleicht und erstmal beruhigend mit unserem Schreihals beschäftigt, gehen wir kleine Schritte. In den Abstand. 

„Nimm es nicht persönlich“… Geht das überhaupt? Können wir etwas nicht persönlich nehmen, das uns ganz persönlich betrifft? Ja. Denn es hat nichts mit UNS zu tun. Nur mit unserer Sicht der Dinge.
Das gemalte Paar hier auf dem Bild ist nicht das Paar selbst.
Und Wir sind nicht die Story, nicht das Bild im Kopf anderer. Ob ich das Bild übermale oder zerstöre- es geschieht nur dem Bild. Es spielt keine Rolle, was mit der Abbildung des Paares geschieht.
Dem echten Paar kann nichts passieren, außer, dass es kein Paar mehr ist. 
Handeln von anderen Menschen uns gegenüber gilt immer nur dem Bild von uns im Kopf der Anderen, nicht uns persönlich. Es sind die eigenen Erfahrungen, Erlebnisse und Bilder, die ihn oder sie so handeln lassen. 
Deshalb ist es möglich, etwas „nicht persönlich“zu nehmen. 
Und was das Leben angeht- das meint uns tatsächlich. Da gibt es keinen Irrtum.

Aber es meint uns nicht böse, sondern es verteilt Chancen.
Auf Lernen, auf Entwicklung. Auf Wachstum.
Herzlichst, Heike



Februar 2018

Sei nicht so hart zu dir selbst

Es kann nicht sein… es ist nur ein Irrtum... ein Missverständnis. Ich will das nicht…alles soll wieder sein, wie es war….

Der Schmerz über einen Verlust fügt uns eine tiefe emotionale Wunde zu. Es ist nicht anders, als sich körperlich zu verletzen.
Auch bei einer blutenden Wunde muss der Heilungsprozess erst stattfinden, bevor unsere Wunde verschorft und schließlich vernarbt.

Das braucht seine Zeit.
Und bei einer emotionalen Wunde ist es genauso. Manchmal geben wir uns diese Zeit nicht, lassen den Heilungsprozess nicht stattfinden, kratzen immer wieder den Schorf ab, lassen es immer wieder aufs Neue bluten....

Verlust durch Trennung. Im schlimmsten Fall ist jemand gestorben- im besten Fall werden wir „nur“ verlassen. Der Schmerz kann fast genauso stark sein, die Wunde fast genauso tief.  Wir müssen mit dem Schmerz umgehen, mit dem Verlust, und dieser aktive Prozess hat viele Phasen. Nur selten sind diese klar aneinandergereiht und abgegrenzt, es gibt gute und schlechte Tage, wir fallen in Phasen zurück, die wir überwunden glaubten, aber eigentlich gehen wir nur durch jede Phase der Trauer mit Anteilen der jeweils anderen Phasen.
Wenn der Tod uns einen geliebten Menschen nimmt, ist das sicher der schwierigste und leidvollste Weg, den wir in Trauer beschreiten müssen. Ich selbst habe mit 13 Jahren damit angefangen. Und ich bin teilweise immer noch auf diesem Weg- denn wenn man ihn unbegleitet  geht, kann es passieren, dass man nicht jede Phase durchlebt, und das bedeutet, man muss sie irgendwann nachholen.
Das kann auch nach 35 Jahren noch der Fall sein…

Verlassen werden ist immer Schmerz. Wir bleiben allein zurück, und wir müssen damit leben, dass ein Zustand, in dem wir glücklich waren, geborgen und geschützt, endet. Egal wie alt wir sind, wir sollten uns Zeit nehmen unseren Verlust noch einmal anzuschauen-ist er wirklich überwunden? Nur wenn der Gedanke an den Verlust nicht mehr schmerzt, haben wir unsere Trauer wirklich bewältigt.

Es gibt Dinge, die in einem aktiven Verarbeitungsprozess kontraproduktiv sind. Wenn wir von einem geliebten Menschen „nur" verlassen werden, weil dieser uns einfach nicht mehr liebt, dann sollten wir daran denken, dass auch hier ein Stück weit etwas „stirbt“.
Und alle Phasen des Heilungsprozess kommen auf uns zu. Wir trauern.

Im ersten Moment lösen Überraschung und Schock bei einem Verlust leine Art Schockstarre und ein Nicht-Begreifen in uns aus. Wir verspüren ein Gefühl der Betäubung. In der Fassungslosigkeit über die veränderte Situation leugnen wir häufig die Realität. Unsere Psyche schützt uns damit, lässt uns Abstand nehmen, dämpft unseren Schmerz.
Die Situation müssen wir erst in Gänze erfassen, bevor wir sie als Realität annehmen können.
Handeln ist eigentlich unmöglich, wenn wir in dieser Situation handeln, dann in blindem Aktionismus, der eigentlich nur darauf ausgerichtet ist, den alten Zustand wiederherzustellen.
Wir sind in der Hoffnung, die Dinge haben sich nicht verändert….Wir tun alles, um wieder in den Zustand ohne Schmerz und Verlust zurückzukommen.
In einer Trennung versuchen wir den anderen zu überzeugen, er hat sich geirrt. Alle seine Gründe sind nicht nachvollziehbar, unlogisch, können nicht wahr sein.
Hoffnung lässt uns immer wieder den Kontakt suchen, immer wieder die gleichen Fragen stellen, auf die es keine Antworten gibt. Wir suchen nach den kleinsten Anzeichen, dass alles nur eine böser Traum ist, dass wir endlich aufwachen.
Dann sickert die Realität langsam in unser Begreifen ein.

Was folgt, ist wahrscheinlich Wut. Heftige Wut. Wir lehnen uns auf, gegen das, was uns widerfährt. Gegen den oder dass, was uns den Verlust, den Schmerz, die Wunde zugefügt hat, wir hadern, wir suchen den Verursacher unseres Leids, für die Veränderung, die wir nicht wollen, und die uns so in die Knie zwingt. Wir sind wütend, weil wir verlassen, zurückgewiesen und alleingelassen sind- und wir richten diese Wut nicht selten auf das Leben selbst, oder den, der uns verlassen hat.
Wir schlagen um uns, sagen Dinge, in denen wir uns selbst nicht wiedererkennen und leiden doppelt, weil wir unsere Wut gegen den richten, den wir am meisten lieben. Den wir verloren haben.
Wir fühlen uns schuldig, und zum Schmerz, zu der Trauer kommt jetzt noch das Schuldgefühl.

Unsere Wut ist aber wichtig. Sie ist das, was uns in die Realität zurückholt.
Sie holt uns aus dem Erstarren zurück und bereitet uns auf das vor, was uns bevorsteht- die Ohnmacht, die Verzweiflung. Denn diese Dinge kommen, wenn die Wut verraucht.
Und hier beginnt unsere Arbeit. Denn Schmerz und Verlust zu verarbeiten, ist ein aktiver Prozess- eine aktive Anpassung an eine neue Realität, in der wir anfangs blind und taub vorantaumeln, ohne unseren Platz zu kennen und zu finden.
Unsere Wunde muss bluten, damit sich Schorf bilden kann.

Lass uns Freunde bleiben. Vielleicht sind wir mit diesem Satz verlassen worden.
Natürlich wollen wir das! Wir wollen alles, was uns den anderen irgendwie erhält, was uns in seiner Nähe sein lässt.
Wenn auch nur kurz und anders als bisher, unser Gegenüber ist eben nicht tot, ist noch da, wir möchten weiter Zeit mit ihm verbringen, es in unserem Leben behalten. Aber hier schaden wir uns selbst.
Egal, mit wieviel Zuckerglasur eine Trennung überzogen wird, Fakt ist, da will uns jemand nicht mehr, empfindet nichts mehr. Lässt uns zurück und will ohne uns weitergehen.
Das Angebot von Freundschaft, wenn es denn ehrlich gemeint ist, bedeutet für uns, wir müssen in unserer Verletzung auch noch für den anderen funktionieren. Wir sollen unsere noch vorhandenen Liebesgefühle unterdrücken und uns anpassen an das, was unser Gegenüber als neue Regel aufgestellt hat.
Wir sind aber mittendrin in der Bewältigung von Schmerz und Trauer. Wir können darin nicht „funktionieren“. Das tun wir wahrscheinlich in vielen anderen Lebensbereichen, im Job, bei der Familie, bei Freunden.
Es auch noch bei dem Menschen zu tun, dem in diesem Prozess ein Chaos an Gefühlen gilt, kann uns nur überfordern. Es bricht den Schorf auf, wir bluten erneut und der Heilungsprozess stoppt.

Wir müssen den Kontakt abbrechen und wirklich loslassen. Und zwar nicht nur ein bisschen. Wir müssen uns darauf einrichten, es gibt den anderen nicht mehr in unserem Leben. Denn nur so akzeptieren wir die neue Situation.
Und nur so finden wir unseren Platz wieder. Erst wenn der Gedanke an den anderen nicht mehr schmerzt, wenn wir emotional wirklich auf "neutral" stehen, ist vielleicht Kontakt möglich. Wenn wir das dann noch möchten....
Diese herausfordernden, schmerzhaften Phasen in unserem Leben, sind die, an denen wir wirklich wachsen. In denen wir uns entwickeln. Uns erkennen.
 Die Akzeptanz der neuen Realität ist unsere einzige Option.  Je länger wir im „ich will das nicht“ verharren, desto schmerzhafter wird unser Wundheilungsprozess. 

Wir lehnen die neue Realität ab, weil wir sie als schlecht bewerten, bevor sie stattgefunden hat. Weil wir in unserem alten Zustand bleiben wollen, den wir als gut bewerten. Wir lehnen damit etwas ab, was ab jetzt unseren Lebensrahmen mitgestaltet. Wir lehnen die Realität ab.

Wir kennen die Zukunft nicht.
Annehmen, was kommt, ohne es zu werten.
Das  ist wahrscheinlich das Schwierigste in unserem Heilungsprozess.
Das Loslassen von Vergangenem, das wir mit Liebesgefühlen verbinden, zu ersetzen mit einer Gegenwart ohne - das macht Angst.
Wir sollten versuchen, nicht zu werten.
Die Zukunft birgt neue Möglichkeiten, neue Gefühle, neue Menschen, neue Erfahrungen.
Es wird einen Zeitpunkt geben, an dem unsere Wunde verheilt ist. Vielleicht bleibt eine Narbe, aber vielleicht heilen wir auch ohne Narbe.

Je eher wir akzeptieren, das nichts unendlich ist, und unser Leben sich mit jeder vergangenen Minute verändert, dass alles im Wandel begriffen ist, und wir nichts festhalten können, desto eher sind wir im Augenblick.
Leben wir jetzt.
Der Schmerz entsteht durch das Festhalten des Alten, die Sehnsucht nach der Vergangenheit.
Unser Kopf leistet die aktive Anpassung an eine neue Realität in jeder sterbenden Minute. 

Und unser Herz wird ihm folgen. Wenn wir nicht zu hart zu uns selbst sind, und unsere Heilung zulassen, ohne am Schorf zu kratzen.

Herzlichst Heike



Februar 2018

Aufwärts oder Abwärts?

Vom neu anfangen.

Themen, die im Moment nicht nur mich beschäftigen. Und deshalb noch einige weitere Gedanken dazu....

"Großer Meister", sagte der Schüler," ich bin von weither gekommen, um von dir zu Lernen. Über viele Jahre habe ich von sämtlichen Erleuchteten und Gurus des Landes und auf der ganzen Welt gelernt, und sie alle haben mir viel Weisheit gegeben. Nun glaube ich, dass du der Einzige bist, der meine Suche vollenden kann. Lehre mich alles, Meister, was ich noch wissen muss." 
Der Weise erklärte, das werde er gerne tun, doch bevor er beginne, wolle er ihn zu einem Tee einladen. Der Schüler setzte sich zu dem Meister, der eine Tasse und ein Kännchen zur Hand nahm. Er reichte dem Schüler die gefüllte Tasse, doch sobald dieser sie in den Händen hielt, begann er Tee nachzugießen, so dass der Tee rasch überlief.
Der Schüler, die Tasse in den Händen, versuchte den Meister darauf hinzuweisen: "Meister!... "Meister"....
Dieser tat, als würde er ihn nicht verstehen, und goss immer weiter Tee ein, der schon bald über die Untertasse auf den Teppich tropfte.

"Meister" rief der Schüler nun, "hör auf, Tee in meine Tasse zu gießen! Siehst du nicht, dass sie schon voll ist?"

Der Meister hörte auf, Tee nachzugießen und sagte zum Schüler:
"Solange du nicht in der Lage bist, deine Tasse zu leeren, wirst du nicht mehr hineingießen können"

Man muss sich leeren, um sich füllen zu können.
Eine Tasse ist nur nützlich, wenn sie leer ist.
Eine volle Tasse ist nutzlos, weil man nichts mehr hinein füllen kann.

Wenn ich darauf achte, dass die Tasse immer voll ist, kann ich auch nichts geben, denn Geben bedeutet, gelernt zu haben, die Tasse zu leeren. Es liegt auf der Hand, dass ich mich um zu geben, erstmal mit dem Loslassen, dem Verzicht auseinandersetzen muss, denn es bedeutet immer auch einen Verlust, wenn ich beschließe, etwas von mir zu geben.
Um wachsen zu können, muss ich also die Leere zulassen können, auf dem Platz, der nun aus eigenem Entschluss, oder durch die Wechselfälle des Lebens oder den natürlichen Gang der Dinge, nicht mehr das ist, was er einmal war.

Das ist mein Leben. Ich muss mich vom Inhalt der Tasse trennen, um sie wieder füllen zu können. Mein Leben erfährt jedes Mal eine Bereicherung, wenn ich sie leere....Denn jedes Mal, wenn ich meine Tasse leere, eröffne ich mir damit die Möglichkeit, sie aufs Neue zu füllen.(...)

Das ist aus dem Buch der Trauer von Jorge Bucay, ein Geschenk, dass mir eine sehr gute Freundin vor ein paar Tagen gemacht hat, die im letzten Jahr mit großem Verlust und sehr viel Leid und Trauer umgehen musste. 

Das Buch ist erhellend. In jeder Weise. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie es mir geschenkt hat. Es zwingt mich, völlig neue Perspektiven zum Thema Tod einzunehmen. 
Und jeder Verlust ist ein wenig Tod. Ein wenig sterben...

Loslassen- eines meiner großen Themen. Deshalb klopft es mir auch immer wieder auf die Schulter und sagt Hallo- da bin ich wieder. Du hast es beim letzten Mal einigermaßen hinbekommen, aber hey! Da ist Luft nach oben! Nochmal von vorn, auf die Plätze fertig los!

Ich lasse ja los. Nur eben sehr langsam, in kleinen Portionen. Und es tut weh, ich leide. Aber ich lasse los.

Zum ersten Mal begreife ich endlich, dass Schmerz nicht vermeidbar ist. 
Er gehört dazu. Ohne Verlust gibt es keinen Neubeginn, keinen Wandel, kein Wachstum. 
Die gute Erkenntnis, ich kann lernen, ihn zu verarbeiten. Denn es ist Arbeit! 
Trauer und Verlust sind immer Veränderung. Und Veränderung braucht auch immer aktive Anpassung. 
Das Schwierige ist, dass man nicht weiss, wann was dran ist. Im Verlust braucht es so viele Phasen. Zeit, Raum, und Stille. Geduld. Aber eben auch aktives Angehen. Alles, wenn es angebracht ist.

Bedauerlicherweise stellt Lieben eben den größten Raum für Leiden da.
Sie garantiert es sogar. Wir verletzen, wir werden verletzt. Das gehört dazu! Es ist der Preis für intensives Leben, für ein echtes sich Öffnen, fürs verwundbar machen. Mit Panzer können wir nicht wahrhaft lieben.
Und darum wiederum geht es. Keine Vermeidungsstrategien, Liebe zu umgehen, um nichts zu verlieren irgendwann, kein Flachhalten und Verdrängen der eigenen Gefühle. Und es ist hart, ja. Wenn wir verlassen werden. Wir leben grundsätzlich eben nicht in der Wirklichkeit, sondern in unserer Vorstellung davon. 
Wenn unsere Wirklichkeit plötzlich nicht mehr unsere eigene ist, sondern abgelöst wird von der Wirklichkeit Desjenigen, der uns verlässt, fühlt es sich an, als hätte man uns mit allen vorhandenen Emotionen und Gedanken einfach mal eben in eine andere Kulisse gestellt. 

Wir sind darin erstmal sehr orientierungslos und teilweise sehr verwirrt. Die neue Kulisse hat jemand entworfen, der sich damit seit langem auseinandergesetzt hat. Uns ist sie völlig fremd.
Wir suchen den Platz darin, und sehen ihn nicht. Gibt es überhaupt einen? Wir sind noch da, es müsste ihn also logischerweise geben. Wir sehnen uns in unsere eigene Wirklichkeit zurück, alle Empfindungen sind noch so sehr in ihr verhaftet....alle Erinnerungen noch so lebendig, das tut richtig weh.
Es schmerzt, in der Erkenntnis zu landen, dass meine Wirklichkeit nicht mehr existiert. Die Träume. Die Vorstellungen, und das Gefühl des Verlusts gilt nicht nur dem, was verloren ist, sondern auch dem, was jetzt niemals mehr für mich kommt.
Das alles von jetzt auf gleich loszulassen, ist nicht einfach, und manchmal macht man eben nur sehr sehr kleine Schritte. 

Verlust. Nicht loslassen können. Je mehr ich festhalte und mich an den Schmerz klammere, desto weniger leert sich meine Tasse. Dann geht es Abwärts, in einem Höllentempo, und das will man nicht. Der Verlust ist schon schlimm genug, dazu auch noch das emotionale fallen- paradox? Das gehört dazu? Nein. Nicht unbedingt. 
Ich kann die Tasse leeren. Dann ist Platz für Neues, und zumindest in diesem Punkt geht es Aufwärts. Der Rest ist Arbeit. In Richtung Aufwärts....

Herzlichst Heike



Februar 2018

Die Sicht der Dinge.

Es ist beängstigend, seinen Schutzschild vor sich selbst abzulegen. 
Angst macht uns darin sehr zurückhaltend- wir wollen vielleicht nicht hinsehen, wollen uns nicht erkennen.
Aber irgendwann sollte man mit der ganzen Wahrheit rausrücken.
Und sich Gott und sich selbst aussetzen. 
Wir sehen in den Spiegel und betrachten uns. 
Wer wird sind. Und vor allem- wer wir waren. 

Einer meiner Lieblingssätze ist- das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

 
In so vielen Momenten sind wir im Zweifel. 
Sind unsere Gedanken, unsere Haltung, unser Handeln richtig? 
Wir beleuchten unsere Situation von allen Seiten und finden keine Antwort.
Unsere Sicht auf die Dinge lenkt uns.

Aber unsere Sicht ändert sich. So wie wir selbst. 

Und unsere Entscheidungen, unsere Handlungen erscheinen uns vielleicht rückblickend nicht mehr schlüssig, wir verstehen uns selbst nicht mehr. Wir blicken zurück und sagen- hätte ich doch…

Wir betrachten uns selbst. Und da ist unsere ganze Wahrheit. Vielleicht mit einem Gefühl des Bedauerns, vielleicht mit Wut auf uns selbst, Traurigkeit, Zweifel, Vorwürfe- all das schleicht sich ein, wenn wir zurückblicken auf Dinge, die vorbei sind, Menschen, zu denen unsere Beziehung sich verändert hat.
Hätten wir es anders machen können? Besser?

Nein.

Dass wir an einem Punkt ankommen, der uns zurückblicken lässt, hat uns Ereignisse und Gefühle durchlaufen lassen, die uns genau zu dem verändert haben, das zurückblickt.
Keins der Ereignisse,keins der Gefühle hätte fehlen dürfen, um uns hierherzubringen. Denn nur dadurch hat unsere Sicht sich verändert. Das alles gehört zu unserer Entwicklung. 
Hätten wir uns anders verhalten, wären wir an einem anderen Punkt. Wir müssen nicht zurückblicken und hadern- denn an jedem Punkt unseres Lebens sind wir immer richtig. 
Aber wir lernen. Und es gibt Entwicklung. Wenn wir ehrlich zu uns sind. 

Es gibt Erkenntnis. Wir erkennen, dass Dinge wertvoll sind, kleine Dinge. Wir erkennen vielleicht Bedeutung in Worten und Handlungen, die wir zu einem früheren Zeitpunkt nicht in Gänze würdigen konnten.
Wir erkennen vielleicht den Wert, den wir vorher nicht sehen konnten. Wir empfinden Demut, und Dankbarkeit. Wir sehen uns selbst klar. Rückwirkend. Erkennen Zusammenhänge, und unsere Rolle darin. 

Und dann gibt es eine neue Sicht der Dinge. Neue Gefühle. Neue Haltungen. Und neues Handeln. Nicht besser, nicht schlechter. 
Anders. 
Und verstehen werden wir es erst, wenn wir an der nächsten Station zurückblicken.

Herzlichst Heike


Der schwarze Punkt

Studenten sollten eine Seite beschreiben, die keine Aufgaben enthielt – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte. Sie sollten das beschreiben, was Sie sehen.

Alle ohne Ausnahme haben den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position in der Mitte des Blattes, seine Lage im Raum, sein Größenverhältnis zum Papier etc.

Keiner hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt.

Und das gleiche geschieht in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen, aber wir konzentrieren uns immer auf die dunklen Flecken.

Unser Leben ist ein Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten und es gibt eigentlich immer einen Grund zum Feiern – die Natur erneuert sich jeden Tag, unsere Freunde, unsere Familie, die Arbeit, die uns eine Existenz bietet, die Wunder, die wir jeden Tag sehen..

Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert – die gesundheitlichen Probleme, den Mangel an Geld, die komplizierte Beziehung mit einem Familienmitglied, die Enttäuschung mit einem Freund, unsere Erwartungshaltung usw.
Die dunklen Flecken sind sehr klein im Vergleich zu allem, was wir in unserem Leben haben, aber sie sind das, was unseren Geist beschäftigt und trübt.

Nimm die schwarzen Punkte wahr, doch richte deine Aufmerksamkeit mehr auf das gesamte weiße Papier und damit auf die Möglichkeiten und glücklichen Momente in deinem Leben...


 

16. Januar 2018

Wer bist du wirklich

Wir haben eine ziemlich klare Vorstellung von uns selbst. Mit etwas Glück, haben wir Freunde oder Familie, die uns klar spiegeln, die auch sagen, was Sie sehen, wenn es mal nicht so großartig ist. Mit denen wir uns und unsere Handlungen besprechen und reflektieren können- denn nur das bringt neue Paradigmen, was in unserem Kopf ist, kennen wir schon.

Also lernen wir uns mit der Zeit immer besser kennen.
Wir glauben, wir wissen, wer wir sind.

Aber manchmal, da ist dieses Bild was wir von uns haben, nur ein ganz kleiner Teil von dem, was wir wirklich sind.

Ich wollte am Wochenende ein Bild malen. Es sollte einen Anteil von mir visualisieren, einen Anteil, den ich in einer Version von Ainé (die Göttin der Sonnenwende, der Fruchtbarkeit und Liebe, der Sonne und des Feuers) abbilden wollte. Da sie auch oft in der Gestalt einer roten Stute, der „Lair Derg" (was ihren Aspekt als Sonnengöttin unterstreicht) abgebildet wird, schwebte mir ein malerisches Bild mit rotem Pferd am Wasser vor, Sonne im Hintergrund, die Göttin segnend die Hände ausgebreitet, gütig, alles in allem- nett.

Ich war aber nicht in netter Stimmung. Und das malerische Bild verselbständigte sich umgehend in ein intuitives Malen. Ich benutzte keinen Pinsel, sondern den Zeigefinger, und die Farbe war nicht blau. Es war rot. Es begann mit Feuer. Feuer in der Bauchgegend. Das fragmentartige Bild der Frau, die sich darum bildete, hatte aber so gar nichts Nettes. Ich stand vor dem Bild (das fast so groß ist wie ich) und war geschockt.

Ein Teil von mir? Das? Ich bin nett!

Ja. Das auf dem Bild bin ich. aber eben nicht der "nette" Teil. Einfach ein Anteil, der aber genauso viel Energie gibt, wie alle anderen.
Bei dem eben keine Sonne im Hintergrund scheint. Der kein rotes Pferd im Hintergrund hat, weil er dessen Feuer bereits im Bauch trägt. Das bin ich eben auch.

Es war erschreckend- und wenn ich das Bild sehe, ist es noch- aber es war auch sehr erhellend. Ich merke, ich möchte nett und lichtvoll sein. Und ich bin es auch oft. Aber ich bin auch dunkel und verdreht und beängstigend. Ich bin fordernd und Drama und Urteil und Dominanz.

Wer wir sind, ist nicht festzulegen. Unsere Taten zeigen, wer wir sind, und unsere Worte, wer wir gerne wären. Aber unsere Taten sind genauso vielschichtig wie die Menschen, mit denen wir täglich in Begegnung sind. Und wie unsere Beziehungen. Und in jedem Moment sind wir unzählige Anteile von allem. Wir verändern uns schillernd und chamäleonartig. Was unseren inneren Kern ausmacht, ist flexibel. Die dunklen Anteile, die "Schatten" können wir sehen. Wir wissen, dass sie da sind. Aber sie zu integrieren, ihre Energie und das, wofür sie stehen wirklich anzunehmen, sie nicht isoliert zu betrachten, dafür müssen wir uns wirklich mit ihnen auseinandersetzen. Um vielleicht festzustellen, wir müssen nicht immer leuchten. Und uns werten. Denn nicht nur das leuchten ist gut. Oder der Schatten schlecht. Nur unsere Bewertung macht sie zu dem, was sie für uns sind. Ohne Bewertung, einfach angenommen, sind sie gleichwertig.

Ich mag mein Bild. Es ist dunkel, es ist verdreht und es brennt innerlich. Und es ist ich.

Herzlichst Heike




14. Januar 2018

Dunkle Schwingen.

Es gibt diese Tage mit Goldrand. Pures Glück. Leuchtend und lebendig. Funkelnd, reines Leben atmend.
Und es gibt dunkle Tage. 
Tage, an denen unser Leben von jetzt auf gleich um 180°dreht, alles in Scherben liegt und in einem Moment endet..
Wo wir im Schock sind. 
Wo der Schmerz uns schwarz umspült wie eine gewaltige Woge, die uns mitreisst, uns den Atem nimmt, uns die Arme an den Körper presst und uns in die schwärzeste Tiefe hinabzieht. In der wir untergehen, ertrinken, alle Sinne sich schließen und wir nur noch eins mit dem Dunkel werden möchten.
Heute ist so ein Tag.

In den letzten Wochen habe ich gekämpft. Wie eine Löwin. Ich wollte nicht aufgeben, es war mir zu wichtig. Ich hab mich noch nie so angestrengt- vielleicht zu sehr. Glück lässt sich nicht festhalten. 

Es war alles, was ich mir je gewünscht hab, es kam wie selbstverständlich in mein Leben, vom ersten Augenblick an die reine Freude. Es hat mich staunend und ehrfürchtig wieder glauben lassen. An alles. An eine funkelnde Zukunft.
Es war so unglaublich intensiv und mir alles gebend, was ich je vom Leben erwartet habe. Es war ein Spiegel, in dem ich mich neu entdecken konnte- strahlend, wachsend, mich entwickelnd. 
Pures, reines Glück. So viel Halt.

Es hat mir auch Angst gemacht. Angst, es zu verlieren. 
Aber ich durfte diese Angst tatsächlich zeigen, durfte verletzlich und klein sein, wurde aufgefangen und aus- gehalten. Es war unfassbar schön. Einzigartig.
Ich konnte mich fallen lassen, ich fand in mein Urvertrauen zurück. Es heilte Wunden, von denen ich dachte, sie würden immer offen bleiben.

Ich war so ganz. Ich war heil. 

Heute habe ich es verloren.Der Schmerz ist unglaublich. Wie ein riesiger dunkler Vogel breitet er seine Schwingen über mich, und ich kann mich nur darunterkauern und versuchen Luft zu bekommen.
Vor diesem Moment hatte ich mehr Angst, als ich in Worten ausdrücken kann.

Aber da ist noch mehr als nur Schmerz. Da sind Erinnerungen- an all die Momente des Glücks. Die so tief in mir verankert sind, dass ich sie JETZT spüre. Sie waren gestern, aber ihr Strahlen ist geblieben. Es hat mich verändert. Es ist friedlich und einfach dankbar.
Es ist hier, und ich nehme es mit in mein Morgen.
Und ich sehe tatsächlich, dass nichts verloren ist. Es ist ein Teil von mir geworden, all das erlebte Glück. Es bleibt.

Lieben und Geliebt werden. Das Einzige, was im Leben zählt. Was ist alles, gäbe es die Liebe nicht.Jedes Molekül in uns, jede Faser ist daraus gemacht. Aus ihr kommen wir, und irgendwann gehen wir zu ihr zurück.
Und wenn wir wirklich gesegnet sind, dann wird sie uns in dieser Welt bereits geschenkt- und wir dürfen sie verschenken. Nicht die Dauer ist entscheidend. 
Das wir sie wirklich bedingungslos erleben dürfen, das macht uns so reich. Und wenn sie uns einmal gefunden hat, dann geht sie nie wieder. Sie verankert sich tief in uns und lässt uns leuchtend zurück.

Und deshalb ist unter dem Schmerz auch immer Hoffnung. Hoffnung auf weitere Tage voller Licht und Glück und Funkeln. 
Der dunkle Vogel wird weiterfliegen. Irgendwann.





Januar 2018

Alles ist Gut.

Einer meiner Lieblingssätze. Und vielleicht auch deiner?

Wenn es jemandem schlecht geht, will ich helfen. Ich will es "wieder gut machen" Im übertragenen Sinn möchte ich pusten, ich will es wieder hell machen. Das ist mein erster Impuls. Ich weiss aber auch, dass Traurigkeit gut und wichtig ist. Sie verdient Raum, und im Coaching oder bei anderen kann ich ihr diesen Raum auch sehr gut geben. 


Bei mir selbst ist es nicht so einfach. Natürlich ist Raum für einen dunklen Tag, für Melancholie, für schlechte Laune und dunklere Reflektion. Aber ich bin schnell wieder in hellerer Stimmung und sage- alles ist gut. 


Manchmal vielleicht zu schnell. Wir sind darauf geeicht, alles immer positiv zu sehen. Wer möchte schon auf längere Sicht der Trauerkloss sein, der andere "runterzieht"? 

Und andersherum- wer erträgt auf Dauer einen traurigen Menschen, vor allem, wenn er uns nahesteht? Ohne den Versuch, die Stimmung aufzuhellen, den anderen ins Licht zu zerren? Wir wollen immer "nett" sein- aber immer nett funktioniert nicht.

So funktioniert unsere Gesellschaft inzwischen, in einer Zeit, in der Depression und Burnout zu den häufigsten Diagnosen überhaupt gehören. Von Lachyoga hin zu positiver Grundmotivation nach Vera Birkenbihl- wir lächeln, bis uns das Gesicht wehtut, um unser Gehirn davon zu überzeugen, dass alles gut ist. Dass wir glücklich sind. 

Unser Gehirn lässt sich überzeugen. Einige Zeit richtig gegrinst, und unsere Gesichtsmuskeln senden entsprechende Signale, Hirn an Körper- Zack, wieder glücklich! 

Unser Herz lässt sich nicht so schnell hinters Licht führen. Eine Traurigkeit, die uns im Herzen schmerzt, vielleicht durch einen Verlust, vielleicht durch Überforderung, vielleicht durch ein geführtes Leben, das wir uns eigentlich völlig anders vorstellen und in dem wir nicht wir selbst sein dürfen - das sitzt tief.

Man muss Traurigkeit aushalten. Denn sie gehört zu einem Prozess, der uns irgendwann aus dieser Traurigkeit herausführt. Aber nicht durch das morgendliche Dauergrinsen. Dieser Prozess möchte erst einmal Beachtung. Traurigkeit braucht Raum. 

In Traurigkeit dürfen wir traurig sein. Und zwar richtig. Wer weinen kann, ist hier klar im Vorteil. Tränen lassen all die aufgestauten Emotionen fliessen und reinigen uns aus. Wer zu schnell aus der Traurigkeit herausspringt, weil alles wieder gut sein soll, den holt sie genauso schnell wieder ein. Mit Traurigkeit sollten wir uns in Ruhe auseinandersetzen. Auch wenn sie sich nur als melancholisches Gefühl getarnt anschleicht, und wir glauben, es liegt einfach am Wetter. Sie hat immer einen Grund. Und der möchte angeschaut werden. Wenn wir wiederholte Traurigkeit immer wieder nur abtun, als kurzen Gast auf unserer Party, der uneingeladen auf eine Stippvisite vorbeischaut, dann haben wir diesen Gast immer öfter auf unserem Sofa. Wir sollten ihn genauso begrüßen, wie die geladenen Gäste, ihm auch etwas zu trinken anbieten und mit ihm sprechen.

Ihm die Möglichkeit geben, sich bei uns wohl zu fühlen- dann wird er auch nach angemessener Zeit wieder gehen, und vielleicht dann als Freund.

 

Eine Abfolge von unzähligen harmonischen reinen Tönen beim Musizieren ergibt kein wirkliches Lied. Erst ein disharmonischer Ton lässt die Harmonie als solche erkennbar werden. Und unser Leben braucht eben auch ab und an den Schatten, damit wir erkennen, wann es hell ist. 

Herzlichst Heike


 

 

 

Januar 2018

Wirst du gesehen?

Wirklich gesehen werden.  Das ist sicher das grösste Geschenk, dass uns andere machen können. Und das wir anderen machen können.

Sich nicht gesehen fühlen, macht klein. Wütend. Traurig. 

Ein Pferd, das nur benutzt wird, um damit zu reiten, Spass zu haben, erfolgreich im Sport zu sein, als Therapieunterstützung, zum Lernen, um Liebe "loszuwerden", die kein anderer annehmen will, oder aus irgendeinem anderen Grund der eigenen Bedürfniserfüllung, so ein Pferd ist nicht gesehen. 

Und in diesem nicht gesehen werden, verliert sich das Pferd. Seine stolze Ausstrahlung, sein waches offenes Auge. Seine Zugewandheit, seine Neugier, sein Vertrauen. Aus dem stolzen Roß wird ein armer Wicht.

Die Anzeichen sind gut zu sehen. Zu spüren. Aber nur, wenn wir hinsehen. Und das tun wir sehr oft nicht. ein solch nicht gesehenes Pferd wird transparent. Es resigniert vielleicht und gibt sich auf, es flüchtet in Vermeidungsstrategien und entzieht sich, abgestempelt als "sturer fauler Bock" oder es wird aggressiv und wehrt sich, dann muss es "dominiert" werden. Dabei ist alles eine Frage des Hinsehens.

Auch wir möchten gesehen werden. Angenommen sein. Als Ganzes, als das, was wir wirklich sind. Wenn uns jemand nicht wirklich sieht, dann gibt uns das erstmal ein Gefühl des Unbehagens. Wenn wir in der Kindheit bereits mit diesem Gefühl bekannt gemacht worden sind, dann werden wir vielleicht den Erwachsenen in uns sprechen lassen. Den Logiker, der unserem verletzten inneren kindlichen Anteil sofort versichert, dass unser Gegenüber gute Gründe hat uns gerade nicht zu sehen, vielleicht gestresst ist, gerade andere Dinge wichtiger sind, es gibt für alles Gründe. Das wir das nicht persönlich nehmen sollen.

Es ist aber sehr persönlich. Und wenn wir wiederholt nicht gesehen werden, zerbricht etwas in uns. Wir verlieren unsere Zugewandtheit, unsere Neugier, unser Vertrauen. Und bevor aus uns ein armer Wicht wird, sollten wir die Notbremse ziehen.

Wir sind keine Pferde. Wir haben die Möglichkeit, unser Gegenüber zu wählen. Zu entscheiden, ob dieser Mensch, der uns eigentlich gar nicht sieht, wirklich in unserem Leben Raum einnehmen darf. Das Pferd hat diese Wahlmöglichkeit nicht. 

Wenn wir immer wieder nicht gesehen werden, stellt sich die Frage- sind wir so transparent, dass man uns nicht sieht? Sind wir vielleicht nicht genug in unserer Präsenz und Kraft? Vermitteln wir unserem Gegenüber das Gefühl, wir sind es nicht wert, gesehen zu werden? Das will von UNS angeschaut werden. Auch wenn wir von anderen nicht fordern sollten- in diesem Fall sollten wir sogar darauf bestehen.

Hier geht es nicht mehr um wünschen oder hoffen- hier geht es um die Verantwortung uns selbst gegenüber. Und die haben wir. Und das Recht, zu sagen, dass wir uns nicht gesehen fühlen. Denn wenn unser Gegenüber uns wahrnehmen soll, müssen wir klar sein.

Dann werden wir gesehen. Und wenn nicht, dann haben wir die Wahl. Die Wahl uns ein Gegenüber zu wählen, das hinsieht.


Herzlichst Heike



 Jahreswechsel 

Zeit für Veränderung....

das neue Jahr ist noch ganz frisch. Es liegt funkelnd und glänzend vor uns, verheissungsvoll, voller Möglichkeiten.

365 neue Möglichkeiten. 365 neue Chancen. 365 neue Taten.

Ich wünsche uns allen ein Jahr voller Erfüllung. Herzlichst Heike.


 


 

Dezember 2017

Danke.

Heute Abend werde ich den unglaublichen Vollmond nutzen und mal Danke sagen.

Das letzte Jahr war eine sehr aufregende Reise. 

Ich hab so oft Angst um mein "inneres Gleichgewicht" gehabt. Mein Leben lang bin ich irgendwie auf der Suche nach dem "Sinn", aber dabei auch immer in starren Erwartungen gewesen...und dann kam jemand in mein Leben, der das alles verändert hat. 

Nach diesem Jahr weiss ich jetzt, dass es so etwas wie Gesetze in meinem suchen gab.. Kräfte, so real wie die Schwerkraft...und eine davon lautet- wenn du mutig genug bist, dich wirklich auf das Hier und Jetzt einzulassen, alte Denkmuster und Überzeugungen hinter dir zu lassen, von deinen festgefahrenen Vorstellungen hin zu allen alten Verletzungen, nicht vergleichst, bewertest und dich auf deiner Suche wirklich öffnest, ob nach innen gewandt oder nach Aussen, und wenn du wirklich gewillt bist, alles was dir passiert, als Schlüssel zum eigenen Glück betrachten, der Erwartungen transformiert oder fallen lässt, und Jeden, der dir begegnet, als Lehrer akzeptierst und annehmen kannst- und vor allem, wenn du dazu bereit bist, dich unangenehmen Realitäten, die dich selbst betreffen, zu stellen, und dir diese dann zu verzeihen- dann wird sich dein Kern, deine Wahrheit offenbaren.
Du findest. Du weißt, was du willst- und wer du bist. Das verdanke ich diesem Jahr und einem besonderen Menschen, denn beide haben mit einer Riesengeduld aber auch sehr klar und bestimmt, darauf bestanden, dass es nur um den Moment geht, der gerade ist. Dass ich nichts festhalten kann. Und zum ersten Mal hab ich es wirklich verstanden. 
Es war ein Spiegel, der mir klar zeigt, wo ich bin. Der mich gehalten hat und hält, und zwar immer im Jetzt. 

I

Ich freu mich sehr auf mein neues Jahr. Mit Menschen die ich kenne, mit Menschen die dazukommen werden. Voll neuer Abenteuer, voller Herausforderungen. Ich hab nicht die leiseste Ahnung wo es hingeht, aber zum ersten Mal auch keine Angst davor. Denn wenn ich morgen abtreten muss, dann wäre es durchaus zufrieden. Ich hab in mir das gefunden, was wirklich zählt. Und nur darauf kommt es an.




 

 

 

Oktober 2017

Manchmal wollen wir nur das Unwetter überleben. Den Sturm, der uns herumwirbelt, entwurzelt. 
Wir beten, dass uns auf die andere Seite geholfen wird... und wir haben keine Vorstellung davon, was uns dort erwartet.

Was wäre, wenn nach dem Unwetter nichts mehr übrig wäre? 
Wir verharren. Wir ertragen. 
Wir stehen still.

Wir denken immer wir werden mit allem fertig, mit der Zeit. 
Aber manchmal liegen wir falsch. Manchmal verharren wir so lange, dass wir leblos werden...

Triff eine Entscheidung. 
Und die Welt dreht sich weiter. 
Die Folgen offenbaren sich. 
Du kannst sie nicht steuern.
Vertrau in das Leben.
In den Sog von Lebendigkeit und Freude, der dich trägt, wenn Du dein Leben wirklich zulässt. 
Nicht zuschauend und abwartend, sondern mittendrin. 

Wir alle werden sterben. 

Auf das wie und wann haben wir keinen Einfluss. 
Aber wir haben den freien Willen, wie wir leben wollen. 

Also tu es.
Entscheide dich.
Ist dies das Leben, das Du leben möchtest? 
Ist das der Mensch, den Du lieben möchtest? 
Ist dies das Beste, was Du geben kannst? 
Kannst Du nicht noch stärker sein? Freundlicher? 
Liebevoller? 
Mitfühlender?
Entscheide dich.
Atme ein. Atme aus.
Und entscheide dich.

Es gibt nur einen Weg. Deinen. 
Und der geht nach vorn.

Herzlichst Heike 



 

 

Januar 2017

Im Moment
Ich bin eigentlich ein glücklicher Mensch.
Ich genieße gute Momente und gehe in ihnen auf.
Aber manchmal wirft es mich in einen Zustand des Zweifelns. Unwohlseins. Ruhelos. Fragend. Sehnsüchtig.Unausgeglichen.
Drama kann ich auch gut.

Mich nicht angenommen fühlen. Erwartung enttäuscht. Wütend. 
Uneins mit mir selbst, hadernd mit der Welt. 
Da gibt es so viel...
Gott, bin ich dann unglücklich.

Das kann alle möglichen Ursachen haben, aber der Grund ist immer derselbe.
Ich bin nicht mehr im Moment.
Ich nehme meinen Moment nicht mehr an.
Ich stemme mich dagegen, statt mich hinzugeben.

Nicht jeder Moment in meinem Leben gefällt mir.
Aber das ändert ja nichts an dem Moment.
Der ist erstmal einfach, wie er ist. 
Erst meine ganz persönliche Bewertung macht ihn zu etwas Guten oder Schlechtem für mich.
Das allein ist ja noch kein Hindernis für Hingabe. Ich kann auch in den als schlecht bewerteten Momenten Sein.

Aber in dem Moment, in dem ich den Moment an sich ablehne, mich herausnehmen will aus meinem Moment, leiste ich Widerstand. 
Und dann ist Hingabe unmöglich.
So entsteht mein unglücklich sein.
Glück ist also kein Zustand. 
Es ist eine bewusste Entscheidung. 
Unglücklich sein aber genauso.

Das bedeutet nicht, Gefühle wie Trauer, Zorn oder Angst nicht mehr zu empfinden oder zuzulassen. Im Gegenteil. 
Diese Gefühle, immer Teil einer von mir bewerteten Story, sind da. Immer wieder mal. Ich geb mich ihnen hemmungslos hin. 

Das ist wie mit dem Regen. 
Klar kann ich denken, was für ein mieses Wetter, ich werde nass. 
Aber deshalb bleib ich ja nicht trocken. 
Es regnet trotzdem. Egal wie ich den Regen bewerte.
Ich könnte mich im Haus verkriechen, bis es aufhört, aber dann wäre ich eingeschränkt, ich würde vielleicht mein Leben verpassen. 
Also werde ich eben nass. 
Es gehört dazu, auch mal nass zu sein. Und mit etwas Glück springe ich in Pfützen.


Und mit der Zeit merke ich mit jedem Moment, in dem ich mich nicht mehr dagegenstemme, dass es leichter wird. Die Wut verraucht, die Angst flaut ab, die Trauer versiegt. Was mein Gefühl verstärkt, ist der Widerstand. Wie die Brandung am Felsen werfen beide sich unermüdlich hin und her. Bis der Widerstand geht. Dann wird das tobende Wasser ruhig.

Der Moment vergeht.
Der Gute und der weniger gute.
Ein Neuer beginnt. 
Und den bewerte ich vielleicht anders. Irgendwann vielleicht gar nicht mehr.
Dann erleb ich ihn einfach nur.
Meine Entscheidung.

Herzlichst Heike


 

Ich sehe dich. 

Du stehst im Schatten deines Turmes.
Durch die dichten Mauern siehst du hinaus in meine Welt. Eine Welt, die auch deine ist. 
Ich weiss, dass du gern zu mir herauskommen möchtest. Und ich hätte dich gern hier draussen, aber ich weiss auch, dass nur du die Tür öffnen kannst. 

Deshalb bleib ich hier stehen und sehe​ nur zu dir herüber. Ich bin wie ein weißes, leeres Blatt. In meinem Spiegel ist deine Geschichte noch nicht geschrieben. Es gibt keine Form, keine Bewertung, in die ich dich presse. Ich sehe dich nur an, und ich sehe dein starkes Herz, deine wahre Essenz.

Den göttlichen Funken.

Ich kann nur erahnen, wie du dich fühlst.
Nur erahnen, wie gefangen du bist.
Wie schwer sich dein Kopf anfühlt, die kreisenden Gedanken um das, was du tun möchtest und nicht kannst, tun solltest und nicht willst, tun kannst und merkst, es ist nicht das, was du willst.

Immer den Blick auf den Boden gerichtet, in der Angst zu straucheln, immer die Hände in den Taschen um irgendwo Halt zu finden, Halt, den dein immer während fragender und suchender Verstand in deinem Kopf gerade nicht findet.
Immer fragend, ob es gut ist oder schlecht, dich selbst bewertend, kritisch und unbarmherzig. 
Dein Schmerz hat die Oberhand gewonnen.
Deine Erfahrungen haben deinen Blick verdunkelt. 
Dein Herz hat zuviel eingesteckt und will einfach nicht mehr.
Du hast zu oft erlebt, dass dein Vertrauen nicht angenommen wurde. 
Du bist wie der Elefant, der klein und schwach an einen Pfahl gebunden wurde und nicht frei kam. Der auch als erwachsener Elefant in voller Kraft an diesem Pfahl bleibt, den er einfach nur herausreißen müsste um frei zu sein, und der es nicht tut, weil er irgendwann verinnerlicht hat, er kann es nicht.
Die Mauern, die Grenzen in denen du dich bewegst, existieren nur in deinem Kopf.

Und du weisst, was dir fehlt. 
Du willst wieder leben, atmen, frei sein. Wieder lieben, Glück spüren. Du willst wieder Nähe, aber du weisst nicht wie.
Zuviel ist passiert, ausserhalb deiner Kontrolle hat der Sturm dich herum gewirbelt wie ein abgerissenes Blatt. Du bist zu Boden gesunken, wolltest dich einfach nur ausruhen, aber der Wind hat dich unbarmherzig wieder aufgenommen und in Richtungen geworfen, die dein Herz erschüttert haben.
Du willst keine neuen Verletzungen.
Nichts, was du nicht kontrollieren kannst. 
Du hast vergessen, wie gut und stark du bist.
Wer du bist.

In deinem Turm ist es windstill. 
Hier gibt es kein Wirbeln, keine Richtungsänderung. Es fühlt sich kontrolliert an.

Niemand kann hier eindringen, in diese Welt, in der du dich zögernd im Kreis bewegst. Aber die Luft ist dünn hier, das atmen schwer, es ist dunkel und du bist allein.
Dein Turm hat viele Ebenen. Du wanderst in ihm umher, von Erinnerung zu Erinnerung, durchlebst in deinen Gedanken Situationen immer wieder, zermarterst dir den Verstand, war das richtig, hättest du etwas anders machen sollen, warum hast du nicht...Du kannst nicht mehr sehen, dass das einfach das Leben ist, in seiner ganzen Polarität, in der Licht und Schatten so nah beieinander liegen, dass es einen eben auch in die Knie zwingt. Du bist einfach irgendwann nicht mehr aufgestanden.
Dein Schritt wird immer schwerer, und die Liebe zu dir selbst kannst du nicht mehr spüren. Du lehnst ab, wer du warst. Wer du bist. Und du hast Angst, wer du sein wirst.

Manchmal öffnest du die Tür. 
Du siehst hinaus in die Welt, die gegen die Mauern deines Turms brandet, die dir chaotisch erscheint, zu grell, zu schnell, verwirrend, anstrengend. In der Menschen dich ansehen, aber gar nicht wahrnehmen, wer du bist. Und nach einigen Schritten in diese Welt wirst du müde und sehnst dich in die Überschaubarkeit deines Turms zurück. Da sind Menschen, zu denen du möchtest, aber der Turm mit seiner Stabilität ist wichtiger.

In der Brandung am Felsen, dort, wo sich die Wellen brechen, tobt der Sturm. Das Leben brandet hier gegen Widerstand. Dahinter wird das Wasser ruhiger. Hier fließt alles, verteilt sich, findet Raum, darf sein und folgt seinem natürlichen Rhythmus.

Verlass deinem Turm. Er ist der Widerstand, der die Brandung erst erzeugt. Wenn sie dir entgegenschlägt, kämpf nicht. 
Ja, das erfordert Mut.

Aber du hast viel mehr Mut bewiesen, als du die Einsamkeit des Turms ertragen hast. So viel mehr Stärke, dort auszuharren. In deinem selbst errichteten Gefängnis. Du hast deine ganze Energie in die Vergangenheit fliessen lassen, nimm sie einfach zurück. Sei jetzt. Du bist nicht mehr klein, deine Kraft ist gewachsen, Versuch doch einfach erneut, deinen Pflock herauszuziehen.

Lass dich von den Wellen der Strömung über die Brandung tragen, in die Dünung, die dahinter liegt. Werd wieder eins, mit allem was das Leben ausmacht. Lass dich einfach fallen in die Lebendigkeit, atme einfach weiter und lass die Dinge geschehen. Nimm wieder wahr, was der Turm dich nicht hat sehen lassen.

Lass deinen Blick auf die Welt nicht länger trüben durch Mauern, die du selbst aufstellst. Dein Herz wird wieder gesund in dieser Lebendigkeit. Es wird Menschen geben, die dir nah sein können. Und du spürst dich wieder. Deine Gefühle. 
Deine Liebe. 
Du spürst wieder, wie du von Gott gemeint bist. Deine wahre Essenz.

Und diese Liebe wird deinen ewig fragenden Verstand zum Schweigen bringen, die Antworten sind da. 
Sie sind im Licht, in der Sonne, in jedem Strauch, jedem Baum, in jedem Sandkorn und in jedem Schlag deines Herzens. 
Sie sind im Auge eines jeden Menschen, der dich in Liebe ansieht. Auch in meinen.

Sieh dich selbst, absolut perfekt und genauso gemeint. Nicht gut oder schlecht, nicht nett und konform, nicht in irgendeiner Story, sondern ganz. 
Ein ganzer, vollkommener Mensch. 
Mit allem, was dich ausmacht, und allem was sein darf.

Ich wünsch dir, dass du irgendwann deinen Turm verlässt.

In Liebe Heike



 

 

22. Januar 2017

Für Sonja.

Anfassen ist simpel- berühren ist Seele.

Du leuchtest. Wenn du in den Raum kommst, wird es hell. Dein Herz ist offen und weit- du trägst deine Gedanken in die Welt, bunt und schillernd- inspirierend und anregend.

Du bewertest nicht. Du nimmst an- und du zeigst, wer du bist.
Das ist wundervoll, es ist pures Sein.

Du bist aber auch beängstigend. Für jeden, der seine Ängste noch nicht hiter sich gelassen hat. Der in dir sieht, was möglich ist- was Leben heisst.Dann sagt man dir: nimm dich zurück. Du bist zuviel.

Damit bist du großgeworden. Mit diesen Sätzen, die tief in dir verankert sind. Die du spürst, wenn du mit Menschen zusammentriffst, die nicht sind wie du.
Wenn du Zuneigung spürst, berührst du. Du umarmst, du küsst.
Du weisst, wie nährend Berührung ist. Da ist nichts an dir, was dabei verletzend in den Raum des anderen dringt.

Es ist deine Art zu sagen, das hier bin ich. Ich sehe dich- von Herz zu Herz. Das ist meine Art, dir zu zeigen, ich spüre deine und meine Lebendigkeit.

Und dann triffst du auf den Turm. Sein Bewohner berührt dein Herz, und sein Dasein macht dich glücklich. Du tanzt um den Turm herum, mit Blumen in der Hand und die Sonne im Gesicht. Du wirfst Kusshände zum Fenster hinauf, und der Bewohner dees Turms lächelt. Und er beginnt mit dir zu sprechen.

Das macht dich glücklich. Er ist einfühlsam, verschreckt und du siehst seine Verletztheit. er steht im Schatten- und du wärst nicht du, wenn du für ihn nicht auch die strahlende Sonne wollen würdest.
Und nach einiger Zeit kommt er herunter an die Tür. Öffnet sie. Steht im Schatten der Tür und du im Licht. Und du streckst die Hand nach ihm aus- und er weicht zurück.
Und dein Tanz kommt schlitternd zum Stehen- Stopp, schreit alles in dir- ich bin zuviel!
NEIN.
Nein und nochmals nein. Du bist nie zuviel.Jetzt drängt es an die Oberfläche, dein Gefühl du überfordesrt, bist zu schnell, zu viel.
Liebes. Wie willst du zu jemandem durchdringen, durch diese krustige Mauer des Turms, wenn du nicht genauso bist?
Jemand anderes hätte doch nicht die geringste Chance!
Du kommst durch.
Du berührst.
Und das ist doch genau das, was der Bewohner des Turms braucht. Was er eigentlich will. Dass er scheut, mit den Augen rollt und erstmal zurückweicht, ja. Verständlich. Und es ist deine Sensivität, die dich innehalten lässt. Deine Angst- das was dir von emotional verkrüppelten Leuten immer wieder eingebläuet wurde- zuviel, zuviel von allem.

Es ist richtig. Die richtige Menge- die normale Menge.
Es ist frei, ohne Zwang von Erziehungskorsett, falscher Moral, Dogmen und Bewertung. Es ist die Essenz, die bleibt, wenn du weisst , wer du bist und was du willst, wenn du erkannt hast, was im Leben vielleicht wichtig ist- ohne irgendetwas dabei als gut oder schlecht zu sehen- einfach in der Erkenntnis, warum du auf dieser Erde bist. Dass vielleicht ein Grund ist, einfach glücklich zu sein.
Niemals bist du zuviel.

Den anderen spontan ins Leben zu ziehen, in diesen Strudel aus Lebendigkeit, der sich in Berührung manifestiert- und damit zu sagen: Das ist für dich.
Einfach, weil du da bist.
Einfach, weil du du bist, einfach, weil ich meinen göttlichen Funken in dir sehen kann.
Und der andere geht mit einem Lächeln im Gesicht. Und ja, kurzfristig verwirrt- vielleicht sogar erschrocken über deine Offenheit.Und es wirkt nach...

Und das sind die Dinge, die kleine Schritte anstoßen, die aus dem Turm herausführen. Es gibt Dinge, die die Kruste durchbrechen können, die zeigen, dass es etwas außerhalb der Mauer gibt, dass es sich lohnt aus dem Schatten des Turms herauszutreten.
Wieder einen Spaziergang in die Welt zuzulassen.

Diesen geraden, völlig gedeckelten Pfad des Turms zu verlassen, der sicher erstmal als behütend erscheint, der aber nichts anderes ist, als eine schwere Betonkruste, die zudeckt und am leben hindert.

Und genau da berührst du.
Und sagst in den Turm hinein: Schau mal.
Das hier ist eigentlich das Leben. Das hast du auch mal gehabt, frei, unkontrolliert und schön. Und es war doch auch eigentlich schön? Auch wenn es mal weh tat- aber grundsätzlich doch gut?
Und jetzt lass doch den Schmerz eifach mal hinter dir und komm zurück in die Sonne.Komm wieder raus und nimm einfach mal wahr, dass es hier draußen ganz viele schöne Momente gibt, durch die man den Schmerz durchaus ertragen kann.
Und ja, du hattest mehr Schmerz als Glück- und ich sehe das- dein Schmerz ist so groß geworden, dass du außer ihm nichts mehr wahrnehmen kannst.

Und das zu sagen, dafür bist du genau richtig. Dafür musst du viel sein! Du bist das, was der andere braucht in seiner gedämpften Welt, in der das Licht nur noch einsickert und Vogelzwitschern nicht mehr zu hören ist. Dein göttlicher Anteil, dein Leuchten- dieses im Moment Sein können- pures Leben atmen und es auch ausströmen zu können- das ist das, was der braucht, der im Turm steht.
In Liebe, Heike.



13. Januar 2017

Eine Freundin schrieb mir gestern von einem Unglücksfall in ihrer Familie. 

Was sie schrieb, hat mich sehr berührt- und sehr nachdenklich gemacht.

"Wie schnell kann es gehen, dass auch uns von heute auf morgen etwas passiert. Etwas Unvorhergesehenes, ein Unfall, ein Blutgerinsel im Gehirn, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, 2 Sekunden, die über ein ganzes Leben entscheiden. Und wir können nichts tun, das Leben hat kein Netz mit doppelten Boden. Glück ist nicht planbar, es gibt nur Wahrscheinlichkeiten. Mitten aus dem Leben gerissen zu werden wie dieses 7 jährige Pferd, das passiert so manchen- Doch so ein Vorfall lehrt uns etwas, lässt uns innehalten und uns bewusst werden, was wir sind und was wir haben - im Hier und Jetzt. Wir sollten es würdigen als etwas Kostbares, als etwas nicht Selbstverständliches und Mitgefühl haben mit denen, die das Leben hart erwischt hat, denn es könnte uns genauso ergehen"

Das ist so wahr. Der Jahres Wechsel war für mich eine Zeit des Umbruchs und des reflektierens. Es gab so viel Neues im letzten Jahr, so viele Menschen und Erfahrungen, so viel an lernen und Entwicklung- und es gibt so unendlich viele Dinge die ich immer noch nicht weiss, die ich noch nicht erlebt habe, die ich noch nicht gelernt hab. 
Aber eines weiss ich. 
Beständigkeit gibt es nur in der Natur.
In den Gezeiten, im Wind, in der Tatsache, dass auf die dunkelste Nacht ein heller Morgen folgt. Aber nicht im Glück, in Sicherheit oder anderen Dingen, die wir in unserem Leben so wichtig finden. Der Augenblick zum glücklich sein ist immer jetzt. Nicht gestern. Und auch nicht morgen. Und wenn der Augenblick uns glücklich macht, wenn wir darin ganz wir selbst sein können, angenommen und in unserer Mitte, dann ist er der kostbare Tropfen, der das Lebensfass bis zum Rand füllt. 
Aber festhalten können wir ihn nicht.
Nicht den Augenblick, nicht das Glück, nicht die Sicherheit.

Wir können ihn nur bewusst würdigen und mit allen Sinnen genießen. Nichts aufschieben, uns selbst treu bleiben und uns darüber klar werden, wir sehr wir in diesen Augenblicken gesegnet sind. 
Denn nichts daran ist beständig.

Alle Vögel schweigen. 
Man hört nur den eigenen Schritt, 
den der Fuß noch nicht gegangen ist, 
aber gehen wird. 
Stehenbleiben und Umdrehen hilft nicht. 
Es muss gegangen sein.

Hilde Domin


 

 

11.Januar 2017

Robert Betz sagt-

"Liebe dort weiter, wo andere nicht lieben...
Die Liebe haben wir bisher meist als Tauschgeschäft missverstanden: Wenn du mich liebst, dann liebe ich dich auch. 
Wenn du mich wertschätzt und gut findest, dann bin ich auch nett zu dir. Wenn du, lieber Sohn, liebe Tochter, 
lieber Partner meine Erwartungen erfüllst, dann will ich auch deine Erwartungen und Wünsche erfüllen.
Diese Haltung hat mit Liebe nichts zu tun.

Das wahre Lieben fängt dort an, wo der andere dich nicht liebt, 
wo er oder sie ins Bewusstsein und die Haltung des kleinen Kindes rutscht, versucht, dir ein schlechtes Gewissen zu machen, dich anklagt, von dir fordert und wütend ist. Halte dein Herz offen für den, der seins verschlossen hat; liebe dort weiter und tiefer, wo andere nicht lieben. Diese Welt ist voller enttäuschter, gekränkter, wütender und vor allem ängstlicher kleiner Kinder in Körpern von Erwachsener"

Ende Zitat Robert Betz.


Hmmmm. 
Gibt es sie, die völlig bedingungslose und erwartungsfreie Liebe? 
Die nur fließt, alles erhellt und nicht fordert, im völligen Gleichgewicht zwischen zwei Partnern? 
Der Gedanke erfüllt mit Hoffnung und Sehnsucht... 
Sehnsucht danach, in diesem Zustand zu sein. Und da wäre sie dann schon wieder, die Erwartung. 
Und wenn nur ans Leben und an uns selbst, zu jemandem zu werden, der das lebt. 
Ich glaube, Liebe ist nie ganz erwartungsfrei. Selbst wenn man das Grund ABC verstanden hat, und keine Gegenliebe erwartet.
Denn Liebe ist immer nur ein Geschenk, an uns selbst oder an ein anderes Lebewesen. 
Und sie muss nicht angenommen werden.

Partnerschaftliche Liebe- natürlich erwartet man da! 
Zumindest den Zustand von eigenem Wohlbefinden. 
Natürlich kann man das geliebte Wesen aus der Ferne betrachten und sich einfach gut fühlen, 
eben weil der eigene liebende Anteil das Leben so hell und spürbar macht. Alles leuchtet und ist leicht.

Wenn sie da ist, die Liebe, leuchtet das Leben, alles ist möglich. Sie ist einfach und klar, ungekünstelt.
Manchmal hör ich sie gar nicht kommen...
Und dann plötzlich ist sie überall. Allein das erfüllt.

Aber wir nähern uns. Einem anderen Menschen, einer anderen Seele.

Wir möchten unsere Liebe mitteilen und wir möchten wiedergeliebt werden. Das ist unsere menschliche Natur. 
Und dafür tun wir einiges. Wir sind in Geduld, wenn nicht alles leicht und flüssig ist. 
Wir machen Kompromisse, wir sind bereit, uns auf den anderen ein-zu- lassen und zu -stellen, der Liebe wegen. 
Im schlimmsten Fall verbiegen wir uns, dämpfen wichtige Selbstanteile, verbieten uns Bedürfnisse. 
Lassen Kopf und Herz gegeneinander kämpfen, von Wohlbefinden keine Spur mehr. Vielleicht verlieren wir uns sogar. 
Und all das, für das Gefühl geliebt zu sein.

" Halte dein Herz offen".

DAS ist eine Riesen Aufgabe. Urvertrauen.
Unsere Erfahrungen haben uns sicher wachsen lassen, aber wir haben auch Ent- täuschung und Schmerz erfahren. 
Wir wollen das nicht wiederholen. Der leichte Weg ist das Herz zu schließen, wenn das eigene Wohlbefinden aufhört. 
An diesem Punkt weiter zu lieben, nicht in die Selbstschutzeinbahnstraße abzubiegen, und offen weiter Liebe zu geben, 
das ist nicht einfach.

Wann ist der Punkt da, dann loszulassen? 
Dem, der unser Geschenk nicht möchte, wieder seinen ganz eigenen Raum zu geben, in dem unsere Liebe nicht fließt?

Ich glaube nie.
Solange Liebe da ist, darf sie zielgerichtet fliessen. Denn so sind wir gemeint von Gott, vom Universum.

Was wir loslassen müssen, ist die Erwartung auf Erwiderung. Lassen wir den Partner los. Aber nicht die Liebe.
Dann darf der andere seinen Raum schliessen. Und unsere Liebe wird universell.
Wir sind wieder Teil des göttlichen Prinzips. 

Der göttliche Funken scheint wieder in unserem eigenen Auge.
Und alles kommt zu uns zurück.

Welches Geräusch macht die Liebe?
Horch....




9. Januar 2017

SEX

Ich wollte hier eigentlich viel über die Liebe schreiben. Über Gefühle, Ansichten dazu. 
Also den psychischen Aspekt.
Denn das Thema bewegt uns alle- egal wie alt wir sind. 
Heute habe ich aber ein paar Gedanken zu einem Thema über das wir nicht so viel öffentlich und unbefangen reden.
Dabei sollten wir das! 
Wir tun es wohl nicht, weil es sehr intim ist- 
aber auch, weil wir vielleicht ein bisschen vergessen haben, worum es dabei eigentlich geht... 
Ich denke über Sex nach. 
Über guten und nicht so guten... 

Über den, der uns wirklich Energie gibt, den ganzen Tag lächeln lässt und uns leicht macht, der uns in unsere Mitte bringt.
Was macht Sex gut? Nein, nicht technisch- da hat jeder seine eigenen Ansichten, Bedürfnisse und Neigungen.
Was macht ihn seelisch gut?
Ich glaube, bei gutem Sex kommunizieren wir in reinster Urform. Die direkte Berührung des anderen erreicht uns mehr als Worte. 
Wir erfahren ein unmittelbares Annehmen von uns als Ganzes, eine rückhaltlose Bejahung.
Wenn das passiert, fließt reine Lebensenergie.
Dann fühlen wir eine Nähe zu einem anderen Menschen die in ihrer Intimität unvergleichlich ist. 
Grenzen zerfließen ins nichts. Wir sind verbunden wie ein Körper und ein Geist, wir sind im Moment. Gemeinsam. 
Mehr Nähe ist kaum vorstellbar.
Wir geben uns hin. Vorbehaltlos. Wir erlauben dem anderen in uns einzudringen- körperlich und seelisch. 
Wir öffnen uns einander. Ein Atem, ein Herzschlag.
Unsere Essenz, das, was uns wirklich ausmacht, kommt zum Vorschein und entblösst sich. Hier fallen alle Masken.
Sich so hinzugeben fällt vielen schwer. 

Sich in dieses Fliessen und die dabei entstehende Kraft hineinfallen zu lassen, alles loszulassen, macht Angst.

Ich höre immer wieder, ich muss vertrauen können, ich muss den anderen lange kennen.
Ich glaube, dass wir in diesem Moment vor allem Vertrauen in uns selbst haben müssen.
Keine Angst davor, sich dem anderen und uns selbst zu öffnen- uns dem Leben zu öffnen. 
Dann wird unsere eigene Energie den anderen mitnehmen. Dann ist es guter Sex.

Ich wünsche uns allen, dass wir viele Momente guten Sex haben.

Herzlichst Heike


 

 

 

 

1.November 2016

Wenn du jemanden liebst- sag es ihm.

Verpass es nicht.

Egal, ob du Angst davor hast.
Egal, ob du nicht weisst,wie es danach weitergeht.
Egal, ob du glaubst, dass dein Leben danach aus den Fugen gerät.

Wenn du jemanden liebst- sag es ihm.

Und lass ihn sich selbst für einen Augenblick durch deine Augen sehen.

Herzlichst Heike




 

17. November 2016

Weniger ist mehr.

Von Zeit, Sammeln und auswählen. 
Ich weiß noch, als ich das erste Mal in Dänemark am Strand gelaufen bin. Meine Taschen waren mit Muscheln und Steinen ausgebeult, nass, mit Sand überzogen. Ich lief, den Blick auf meine nackten Füsse gerichtet , alles andere vergessend um keine diese außergewöhnlichen Schönheiten zu übersehen- ich wählte aus und verwarf, jede neue Farbe und Form faszinierte mich und ich tauschte aus…Mein Auto ächzte, als ich gen Heimat fuhr, jeder freie Raum barg meine gesammelten Schönheiten und Zuhause füllten Sie jedes freie Regal, jeden Raum.

Nach einer Weile begann ich sie nicht mehr zu sehen und beschloss eine Auswahl zu treffen. 

Ich kann nicht jede schöne Muschel sammeln. 
Das habe ich aber lange geglaubt.
Wenn ich sammle, verliert sich meine Aufmerksamkeit für alles andere- ich sehe die Weite des Himmels nicht mehr, das Blau des Meeres.
Ich begann also auszuwählen- und nur die in meinen Augen außergewöhnlichen Stücke zu behalten, vollkommen in ihrer Einmaligkeit. 
Aber auch sie verloren sich mit der Zeit in den vielen Dingen, die ich gesammelt hatte. Es waren einfach zu viele.

Ich begriff, dass Außergewöhnliche kann sich nur in sehr viel freiem Raum entfalten. 
Nur dann ist es einmalig, bedeutungsvoll und übersättigt nicht in der Masse. 
Wie ein einzelner Baum, der sich klar vor einem Himmel abzeichnet- und in einem Wald nicht gesehen wird.

Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass mein Leben genauso ist. Ich habe gesammelt, Dinge, Ereignisse, Menschen- ich wollte nichts verpassen.

Es braucht Raum, für die einmaligen Dinge- und für die einmaligen und ganz besonderen Menschen. 
Ich kann ihnen jetzt Zeit und Raum geben- um ihre Vollkommenheit zu entdecken. 
Und ich sammle nicht mehr mit gesenktem Blick, aus Angst, etwas noch Schöneres und noch Einmaligeres zu übersehen.
In meinem Leben sind einmalige Dinge. Und einmalige Menschen. Immer. Ich kann die Weite des Himmels wieder sehen.

Herzlichst Heike



16. Oktober 2016

Sicherheit.

Das war jahrelang so wichtig...
Zu wissen, wohin der Weg führt. 
Wie er beschaffen ist. 
Was an seinem Rand liegt.
In all diesem Wissen lag die Illusion von Kontrolle.
Vorbereitet sein. 
Mit Plan A, B und C.Immer Herrin der Lage.
Ich war stark, keine unvorhersehbaren Ereignisse, die mein plangelebtes Leben durcheinander gebracht und geschwächt hätten.
Gott war ich arm.

Heute geh ich einfach. Ohne Sicherheit.
Ich setz meinen Fuss in die Luft, und sie trägt. Ich kann einfach auf dem Weg sein, egal wie er beschaffen ist. Ich kann auch seine steinigen Gegebenheiten annehmen, ich gehe dann einfach vorsichtiger weiter.
Und das ist so viel leichter!

All die Anstrengungen, die ich früher unternommen habe, um alles im Auge zu behalten. All die Bälle, die ich in der Luft hatte, immer in der Angst, aus dem Rhythmus zu kommen und meine Bälle zu verlieren. 
Ich bin nicht der Jongleur. Ich bin einer der Bälle. Und ich bin beweglich. Mein Weg ist nicht immer klar. Das macht ihn so spannend. Ich kann alles annehmen was auf ihm liegt und muss nicht alles bewerten. 
Ich kann in mich und die Welt vertrauen, alles ist Fluss und egal wohin es geht- jede Erfahrung ist pures Leben.
Älter werden rockt....

Herzlichst Heike



 

 

 

 

10. August 2016

Schulterblick.

 

 

 

Herzlichst Heike






5. August 2016

Zeit..

Ich sitze auf meiner Lieblings Bank. Der Wind rauscht durch die Blätter über mir und die Grillen zirpen als ginge es um ihr Leben. Die Welt verliert sich in einem Moment von Sommerstille.
Ich atme tief in den Frieden, den ich immer wieder hier finde- in einem Moment ohne Handy, ohne Termine, ohne Alltagsstress.

Ich lasse das alles wirken und nehme plötzlich wahr, dass die Blüten verwelkt sind, überall Stoppelfelder, das Laub der Blätter bekommt den ersten rötlichen Schimmer. Es wird Herbst.
Meine Lieblingsjahreszeit.

Diese Zeit zwischen der üppigen Fülle von Sommer und der kommenden weissen Zeit. Nicht mehr so drückend, nicht mehr so fordernd. Noch nicht farblos, noch nicht sterbend. Im Moment schwebend - zwischen jung und alt. Mit dem Wissen um die schwere Süsse eines Sommerabends, in dem man dahintreibt, ohne morgen und ohne gestern. Und in der Erwartung   ständiger Entwicklung, in der ewigen Metamorphose des Lebens - hin zu neuen Erfahrungen, zu neuen Orten und Menschen.
Nur eben nicht mehr so brennend, aber noch genauso leuchtend.

Ich bin genauso wie diese Jahreszeit. Und das macht mich sehr zufrieden.

Herzlichst Heike



15. Juni 2016

 Für A.

Lass es einfach. Lass einfach los... 

Genau das ist einfach meist eben nicht- einfach.

Es lassen fällt oft schwer.
Und Loslassen kann so unglaublich weh tun.

Mit einem Wimpernschlag verändert sich dein Leben. Es nimmt dir, was du liebst. Menschen gehen, Tiere sterben- Träume verblassen, Hoffnungen erfüllen sich nicht.
Es gibt so vieles, dass du loslassen musst.

Ich sehe, wie du dich dabei anstrengst.
Dich bemühst, etwas aus dir herauszureißen, was über die Jahre so sehr ein Teil von dir geworden ist.
Wie sehr du dich bemühst in deinem Verstand zu bleiben und dein Herz zum Schweigen bringen willst.
Wie sehr du es anschreist, endlich still zu sein und zu sehen, was dein Verstand längst weiß.

Aber dein Herz will nicht sehen. Es will nicht loslassen. Es verharrt im Schmerz.
Du bist loyal in deiner Liebe, für immer und ewig, das ist es, was du willst.
Und das zwingt dich zu bleiben, obwohl du längst gehen willst.
Bewegungslos und erstarrt bist du gefangen- zwischen Herz und Verstand.
Dein Schritt ist nicht mehr stark und fest, nach vorn, nicht länger zielgerichtet.
Du taumelst in einer Spirale aus Hoffnung und Schmerz, Wut und Resignation. Verlierst dich in sinnlosen Fragen…

Und du siehst keinen Weg für dich. Einen Weg, der dich herausführt aus dieser elendigen verhassten Situation.

Ich sehe, wie sehr es dich zerreißt.
Du flüchtest in die Vergangenheit und erträumst dir die Zukunft- denn die Gegenwart erscheint dir so unerträglich.

Du musst leben. Einfach leben. Jetzt. Das Leben sorgt für dich- es lässt los. Die Situation, die untragbar war, in der du unglücklich warst. Die du verlassen wolltest, dich aber nicht getraut hast. Aus Angst vor der Ungewissheit. Gefangen. Die dich klein gemacht hat, in der keine Entwicklung für dich möglich war. Nur Stillstand.
Es lässt den Verlust verblassen. Und es hilft dir, deine Träume in deinen Sternen neu zu ordnen.

Das Leben ist Bewegung. Auf und Ab, Vor und Zurück. Im Kreis, seitwärts. Aber im Fluss.
Und manchmal hält es auch für einen Moment inne.
Für dich.
Damit du durchatmen kannst.
Loslassen, was nicht mehr zu dir gehört.
Aus der Kraftanstrengung des Wollen herauskommst.
Es zeigt dir, dass jeder Prozess seine Zeit braucht. Deine ganz eigene Zeit.

Du wirst loslassen, wenn dein Herz soweit ist. Und bis dahin lebst du einfach dein Leben.

Herzlichst Heike 



 

 

 

 

Juni 2016

Göttin.

Strahlend und verführerisch. Stark und leidenschaftlich. Kämpferisch und wild. Beschützend und fürsorglich. Zart und zerbrechlich.  Sie will einen König, der ihrer würdig ist. 

Einen König, der sie sieht, in ihrer ganzen Komplexität.

Der keine Angst hat, sich ihr zu nähern.
Der ihre leuchtende Stärke und Schönheit erkennt- in sich selbst.
Der sie zulassen kann.
Der sich mit ihr vereint und sie nährt durch seine eigene Kraft.

Sperr sie nicht ein, weil andere Angst vor ihr haben. 


Hab selbst keine Angst vor ihr. Mach sie nicht klein. Nimm ihr nicht die Luft zum Atmen, damit andere ruhiger leben. Lass sie lebendig werden. Gib ihr Raum.

Lass sie tanzen. Lass dich mitreißen, in diesen Taumel von purem Leben. In diese endlose Fülle von Möglichkeiten.

Lass sie kämpfen, unerschrocken und für sich.
Spür ihre reine Freude am Da Sein.
Ihre Lust.
Ihre Leichtigkeit.
Ihre Stärke und Freiheit.
Ihre Leidenschaft. 

Verein dich mit ihr. Sie ist in dir.  Sie ist du. Herzlichst Heike



 

 

 

 

02. Juni 2016

Grenzen

Wenn man um eine Ameise einen Kreis zieht, wird sie diesen nicht verlassen.

 Sie sieht ihn als Grenze und bewegt sich darin Auch wir drehen uns manchmal in kleinen Kreisen um uns selbst. wir denken, wir sind in einem Problem gefangen, aus dem wir nicht herauskommen. Eingeschränkt. Ohne Ausweg.Wir sehen die Weite nicht mehr. Die Fülle an Möglichkeiten und Entfaltung, die außerhalb der Grenzen liegt, die wir selbst um uns herum wahrnehmen. Nur wir. 

Diese Grenzen sind keine echten Grenzen. Wir können den Kreis verlassen. Immer. Sei nicht wie die Ameise...Herzlichst Heike



 

 

 

 

11. Mai 2016

Schatten

 

 

 

 

Dein Licht kann nur strahlen, wenn du deine Dunkelheit akzeptierst. 

Nicht als Makel, sondern als den notwendigen Gegenpol, der Licht erst ermöglicht. Auch sie birgt ungeheure Energie. Kämpf nicht gegen sie.

Integriere ihre Kraft. Herzlichst  Heike





5. Mai 2016

"Einfach" Sein.

 

 

 

 

Heute war ich unsicher. Emotional verunsichert. 

Und Zack- da war ich wieder in all meiner Kompliziertheit. Nicht einschätzbar. Nicht "einfach".... 
Wie schwierig ich dann oft erscheinen muss. Wie unberechenbar.
Ich wäre gern "einfach". Ich würde mich gern weniger von Menschen berühren lassen, die mir nicht guttun. Mich mehr abgrenzen. Ich wünsche mir "einfach" ein klares Gegenüber.
Menschen, die keinen Raum für Spekulation lassen. Keine Unsicherheit. Das gibt emotionale Sicherheit, es gibt Vertrauen.
In diesem Vertrauen werde ich "einfach". Dann existiert keine Unsicherheit, es gibt keine Spielchen. Kein Verstecken. Ich kann "einfach" sein- in meiner ganzen Komplexität. Ich kann "einfach" lieben, "einfach" leben. Es wird angenommen und zu mir zurück gespiegelt. Ich kann ankommen- bei mir. 
Ja, ich bin komplex. Nicht immer "einfach"...
Und manchmal auch dunkel und verdreht. Und das ist kein Makel! 
Es ist "einfach" das Ganze, Licht und Dunkelheit.
Aus dieser Dunkelheit kommt meine Energie, Krisen zu überwinden. Das  Wissen, dass es weitergeht. Immer. Der Schmerz und die Angst, wenn ich dunkel bin- vielleicht ist es genau das, was mich antreibt, immer wieder. Um dann eben auch wieder Licht sein zu können.
Und manchmal muss ich erst so richtig die Orientierung verlieren, um klar sehen zu können. Um zu erkennen, was unfrei macht. Ich bin "einfach". Einfach in meiner Komplexität.

Herzlichst Heike

  


 

 

 

 

17. März 2016


Seit Wochen will ich wieder mit dem Rad zum Stall. Aber irgendwie findet sich ja immer was, damit es dann doch das Autor sein darf. Heute hab ich mich aufgerafft. Und zum ersten Mal in diesem Jahr sitz ich auf meiner Lieblingsbank- der Wind flüstert hinter mir durch die Bäume, Bussarde kreisen und das Gras wogt wie die Nordsee. Vogelgezwitscher überall und eine Luft die einfach nur Sommer verspricht..Man sollte einfach öfter mal nur irgendwo sitzen und atmen...

Herzlichst Heike 

 



März 2016

Neuanfang

 

 

 

 

heute war ein Storch in meinem Paddock bei den Pferden. Bei seinem Anblick wurde mir wieder klar, dass wir jeden Tag die Entscheidung treffen können, wie unser Leben aussehen soll. Wir sind in nichts gefangen.

Manchmal sind die Dinge, die wir nicht bekommen die größten Geschenke. Und jeder Tag ist ein Neuanfang. Eine Entscheidung , glücklich zu sein. 

Herzlichst Heike



 

Februar 2016

Falling into you

 

 

 

 

manchmal hilft nur noch zeichnen...alles atmet JA.








Januar 2016

Der Facebook Jahresrückblick. 

Hab ich heute auch einstellen wollen- aber auch nach 3 maligem Versuch geht es nicht. Ok.
Vielleicht soll ich nicht zurückblicken?
Vielleicht ist der Zeitpunkt jetzt gekommen den Blick ausschließlich nach vorn zu richten?
Es sieht so aus.
Denn das letzte Jahr hat so  viel verändert und viele Dinge aus der Vergangenheit an die Oberfläche gebracht. Um diese Dinge loslassen zu können, hab ich sie in beide Hände genommen und eingehend betrachtet. Und endgültig losgelassen.
Ich war Jahre zu sehr  im Aussen. 2015 hat mich wieder an den Ort gebracht, zu dem ich wirklich gehöre. Zu mir.
Und deshalb brauche ich keinen weiteren Rückblick.  Die Bilder, die mich in diesem Jahr bewegt haben sind mir gegenwärtig.  Aber es ist nicht mehr nötig, sie anzublicken.
Das neue Jahr beginne ich mit einem fantastischen Partner. Und einem leeren Blatt Papier. Ohne Erwartung. Ohne Angst oder Unruhe und Fragen. Ich beginne es einfach in der ruhigen Gewissheit, dass alles was in meinem Leben geschieht, seinen Sinn hat. Und dass ich darauf vertrauen kann, auch wenn ich diesen Sinn nicht immer gleich erkenne. Und dass ich einfach dankbar für alles bin, was mir das Leben so schenkt. Ich freu mich auf ein weiteres Jahr voller Leben und Liebe. Herzlichst Heike

 

November 2015

Vom Vermissen.

 

 

 

 

4 Monate sind vergangen. 125 Tage ohne den Menschen, der für mich alles war, was Liebe ausmacht. Jemand, mit dem ich alles geteilt habe, der mich verstanden hat, mit dem ich den besten Sex meines Lebens hatte, der alles zum Leuchten gebracht hat.

Ich bin durch Trauer, Wut,  Resignation und Selbstzweifel gegangen. Und dann nochmal wieder von vorn. Ich hab nicht loslassen können,  war zutiefst verzweifeltJeden Tag, wie ein Alkoholiker - ich hab immer nur einen Tag überlebt. Und dann den nächsten.

Ich hab im  Automatikmodus funktioniert und war sicher, die Liebe bringt diesen Menschen irgendwie zu mir zurück. Ich hab gekämpft und immer wieder Kontakt gesucht. Ich hab mit dem Schicksal gehadert  und wollte nicht akzeptieren, diesen Menschen und die Liebe die ihn so strahlend begleitet hat, zu verlieren.  

Ich hab mich abgelenkt mit anderen,  und ich hab mir Zeit für mich genommen- alles vergeblich. Ich hab versucht loszulassen.
Mit dem Kopf. Aber das Herz kam nicht hinterher. ..
Und endlich gemerkt- ich hab jemanden über mich selbst gestellt. Er war meine Sonne, um die ich gekreist bin. Und dass ich immer noch versuche, die Situation zu kontrollieren- mir gewünscht habe, ich könnte ihn dazu bringen zurück zu kommen. Und ich hab gemerkt, je mehr "Macht" man sich über jemanden wünscht,  desto mehr Macht verliert man über sich selbst. Und ich bin endlich aufgewacht. 

Ja, ich vermisse noch. Teilweise immer noch schmerzlich. Ich vergleiche manchmal. Ich bin noch verletzt, verarbeite die ganzen Egodinge wie Zurückweisung, Kränkung und Kontrollverlust. Aber das alles ist im Aussen. Es braucht Zeit sich damit auseinander zu setzen. Man kann nur loslassen,  was man festhält. Und darum nehme ich all diese Dinge noch einmal in die Hand und sehe sie an. Um sie dann endgültig loszulassen. 

Ich hab mich selbst wiedergefunden. Ich hab erkannt, dass diese wahnsinnige, intensive, furchtbare, bereichernde, alles verändernde Liebe die ich von Jemandem  bekommen habe, meine eigene ist. Dass dieser Mensch einfach in der Lage war, meine eigene Liebesfähigkeit zu spiegeln. Und ich glaube, das ist die wichtigste Erkenntnis,  wenn ich mich in der Erinnerung verliere. Wenn ich glaube, so etwas Einzigartiges wird mir nie wieder geschenkt werden.
Ich erkenne, das bin ich. Ich selbst kann diese Intensität, die alles erhellt, erzeugen. All der Schmerz, der Verlust- ich hab erkannt, es war unnötig. Trauer um einen Menschen, der uns verlässt, ist menschlich. Sie würdigt das Geschenk der Liebe und des Lebens, das wir bekommen haben.
Aber wenn uns jemand verlässt,  nimmt er nichts von uns mit, dass zu uns gehört. Wir glauben es nur. Ich selbst bin in der Lage, bedingungslos zu lieben. Mich hinzugeben. Liebe zu leben. Das ist in mir, Niemand kann es mitnehmen. Irgendwo, irgendwann begegne ich wieder jemanden, der meine eigene Liebe in all ihren Facetten spiegeln wird. Und dem ich dann seine spiegeln werde. Und mit diesem Erkennen  kann ich endlich wieder atmen und meine Liebe in mir fließen lassen. Denn das Neue wartet bereits auf mich. Herzlichst Heike


Ende November 2015

 

 

 

 

Ein neues Buch.

Ich stehe vor dem neuen Buch. Es liegt direkt vor mir, neu, verheißungsvoll. Noch keine Seite ist geknickt, noch ist es verschlossen. Der Inhalt ist mir nicht bekannt- den Autor dagegen kenne ich gut. Er hat auch die vorherigen Bücher geschrieben.

Ich hab nicht alles gleich beim Lesen verstanden, aber im Nachhinein sehe ich, wie wichtig diese Bücher waren, sie alle haben mich zu diesem Tag geführt. Sie waren eine Vorbereitung auf genau dieses Buch, das jetzt so funkelnd vor mir liegt. Ich möchte es einfach aufschlagen und zu lesen beginnen.

Aber ich stehe davor und zögere. Die Geschichten in den letzten Büchern haben mir nicht immer gefallen. Sie haben mich an dunkle Orte mitgenommen, von deren Existenz ich nichts ahnte. Es sind Narben geblieben, Narben die noch verheilen und an deren Schorf ich noch nicht kratzen will. Ich habe Erfahrungen mit diesen Büchern gemacht- und es waren einige dabei, die ich nicht noch einmal lesen will. 

Und jetzt steh ich hier. Der Sturm, der das letzte Buch aus meinem Leben geweht hat, ist vorbei. Er hat mich herumgewirbelt, mir das Buch aus den Händen gerissen und mich auf die Knie geworfen. Ich musste das Buch loslassen, sonst wäre ich davongeweht. Inzwischen  bin ich aufgestanden und um mich herum sind auch die letzten Blätter zu Boden gefallen...Ruhe hat sich ausgebreitet. Ich bin losgegangen und hab das alte Buch gesucht. Es war da, aber Seiten fehlten, waren nicht mehr lesbar. Ich hab das, was davon übrig war in mein Regal zurückgestellt. Es hat dort seinen Platz, nicht vergessen, aber fest geschlossen. Ich war wütend über seinen Verlust, traurig, ich wollte es nicht für immer schließen. Aber dann hab ich gemerkt, der Sturm und die Jahre haben es unlesbar gemacht. Ich merke, ich kann mein altes Buch endlich auch mit dem Herz loslassen, nicht nur mit dem Verstand. Ich kann würdigen, was ich bisher lesen durfte.

Und nun stehe ich und atme. Es ist sehr still in meiner Seele. Ich sehe das neue Buch an. Ich möchte gern anfangen zu lesen. Ich hab einen Blick auf die Inhaltsbeschreibung geworfen- sie macht mich neugierig auf die Hauptfigur, neugierig ob die Handlung mich fesseln wird.

Aber ich hab eben auch Angst.  Was, wenn ich dieses Buch auch verliere- vielleicht sogar bevor ich mich eingelesen habe? Ich hab wohl auch Angst davor, dass ich seine Handlung nicht verstehe....Und so steh ich noch eine Weile, betrachte das neue Buch und lass die Windstille in mir zu. Und Klarheit breitet sich in mir aus. Ich hab mich für genau dieses neue Buch entschieden. Ich kann anfangen zu lesen, wann immer ich dazu bereit bin. Ich muss es nicht verstehen. 

Ich muss es nicht sofort aufschlagen. Ich kann es noch eine Weile betrachten. Es ist mein Buch- meine Geschichte. Und wenn ich dann anfange, werde ich das tun, was man mit jedem guten Buch tut- es einfach lesen.Herzlichst Heike


 

 

 

 

17. November 2015

Sei selbst die Liebe, die du suchst.

 

 

 

 

Das Jahr ist fast zu Ende. Es war lehrreich. Voller Kummer und Verlust aber auch voller intensiver Momente. Es war ein Jahr, an dem man verzweifeln konnte- oder wachsen. Ich selbst habe in diesem Jahr vieles losgelassen. Und ich bin- wie viele andere- auf der Suche.

Nach Liebe.
Ich spreche mit vielen Menschen. Höre ihre Ängste, ihre Hoffnungen. Höre, auf welchen Wegen sie die Liebe suchen.

Liebe ist unser größter Antrieb. Die größte Sehnsucht, die wir spüren können. Der größte Schmerz, wenn ihr Verlust uns auf die Knie wirft. Und der beste Grund, immer wieder aufzustehen. Uns neu zu öffnen. Uns hinzugeben. Hingeben trotz unserer Verletzung, unserer Angst. Schutzlos, ohne Kontrolle. Vor dem Unbekannten, vor der Ungewissheit.
Wir geraten dabei schnell ins Außen, versuchen uns zu schützen, zu steuern, wir vertrauen nicht mehr. Wir wollen so gern, aber alles was wir tun, ist nicht mehr leicht, verliert seine Ungezwungenheit.

Liebe strahlt.
Sie taucht alles in Helligkeit, wir atmen mit ihr reine Lebendigkeit. Wir verbinden uns mit unserem höheren Selbst-  ein göttlicher Zustand.
Wir suchen. Nach einem anderen Menschen, der uns hilft, in diesem Zustand zu sein. Und je mehr Erfahrungen wir machen, umso mehr lassen wir uns von ihnen leiten. Wir suchen mit unserem Ego, nicht mit unserem Herzen. Wir lassen unseren Kopf entscheiden, wer in die engere Wahl kommt. Wir arbeiten eine Checkliste ab, wir suchen nach etwas, von dem die Summe unserer Erfahrungen meint, es passt und macht uns glücklich. Und wenn wir jemanden gefunden haben, der passt, dann wollen wir uns verlieben. Und nichts passiert.
Weil Liebe so nicht  funktioniert.
Wir finden Sie nicht im Außen.

Liebe findet Liebe. Sie findet uns, wenn wir selbst das sind, was wir so dringend spüren möchten. Sie ist in uns, will gelebt werden, ungebändigt, unkontrolliert, nicht geformt - frei und wahrhaftig.
Sie ist eine Haltung dem Leben gegenüber - ein DaSein.
Und dann fängt sie an zu fließen.
Sie berührt andere, deren Liebe ebenfalls fließt.

Und plötzlich ist sie überall um uns herum. Sie umarmt andere Menschen, und vielleicht auch den einen, der unser Herz schneller zum schlagen bringt.
In dessen Gegenwart wir einfach vollkommen in unsere Mitte kommen. Bei dem wir einfach wir selbst sind.

Und es ist egal, ob dieser Mensch die Eigenschaften besitzt, die uns so wichtig waren. Wir fühlen uns einfach hingezogen und wissen nicht einmal warum. Nicht aufgrund von Äußerlichkeiten, materiellen Dingen, Glanz, Erfolg. Denn diese Dinge haben gar nichts damit zu tun.  Es ist der Mensch an sich, sein nacktes Selbst, das wir spüren und dessen Liebe wir wahrnehmen.
Vielleicht verlieben wir uns....Herzlichst Heike



27. September 2015

Veränderung

 

 

 

 

Es wird Herbst. Als ich heute Abend durchs Feld gefahren bin, stand der Mond voll über dem Mais. Ich hab an meiner Lieblingsbank angehalten. Es roch das erste Mal nach Winter und mir wurde klar, dass dieses bewegte Jahr jetzt in den Endspurt geht.

In den letzten Monaten ist so viel passiert. Es ist ein Jahr gravierender Veränderungen, voller Verlust, voller Trennung. Loslassen und annehmen ist wohl nicht nur mein Thema in diesem Jahr.

Immer wieder hab ich in den letzten Monaten meinen Kopf entscheiden lassen, was richtig für mich ist. Gegen mein Gefühl. Die Situation erfordert es, dachte ich. Das hat sich nicht gut angefühlt, eher wie krank, gefesselt,  ich war nicht mehr in meiner Mitte.

Ich hab mich zu etwas gezwungen,  aus reiner Vernunft, immer hoffend, die Zeit bringt eine Veränderung...lässt mein Gefühl meinem Kopf folgen.

Ich versuche die Dinge in meinem Leben anzunehmen. Nicht alles kontrollieren zu wollen, was auf meinem Weg kommt. Mich nur einzufinden, wenn die Dinge soweit sind.
Aber mir ist klar geworden- ich hab gar nicht angenommen. Ich hab geduldet. 

Dann ist wirkliches Annehmen aber gar nicht mehr möglich. Im Dulden bin ich erstarrt, vereist in der Situation. In blindem Aktionismus versuche ich mich dann herauszuboxen. All die Energie die ich aufwende um mich zu dem zu zwingen, was mein Kopf vernünftig findet. Sinnlos.
Annehmen heißt bei sich bleiben,  mit sich im Reinen, der eigenen Intuition voll vertrauend. Das Ego mal wegblenden und tun, was ich wirklich tun muss, muss weil es sich einfach richtig anfühlt.
Dem inneren Weg folgen, auch wenn es eben nicht "vernünftig" ist.  
Auch wenn sich an der Situation vielleicht nichts ändert, ich bin wieder authentisch.

Das macht frei.

Wenn euch dieses Jahr auch so bewegt- ich wünsch euch jetzt zur Ruhe kommen.
In einem Herbst, der in seiner ganzen Schönheit zeigt, dass alles im Wandel ist, in ständiger Veränderung. Aber das genau das eben das Leben ist, und wir in jeder Veränderung eben nicht nur etwas loslassen, sondern auch etwas annehmen. Herzlichst Heike


10. August 2015

Rituale

 

 

 

 

Zu einem Ritual gehört nicht unbedingt Hühnerblut.

Keine Drogen, nach deren Einnahme man ekstatisch um ein Feuer tanzt. Das kann man. Muss man aber nicht.

Freunde zur Begrüßung umarmen- ein Ritual.Den PC mit einer Tasse Kaffee hochfahren - ein Ritual. Sonntags mit Eiern und Lachs frühstücken - ein Ritual.
Nicht geheimnisvoll, nicht schwierig. 
Alltagsrituale haben wir fast alle.Spirituelle oder magische Rituale die wenigsten.

Aber diese Rituale können uns unterstützen.
Dafür müssen wir nicht wochenlang fasten. Nicht in einsamen Klostern im Lotussitz unseren Geist schärfen. Kann man. Muss aber nicht.wir brauchen keine spirituelle Ausbildung und keine speziellen Gewänder. Das wahre Ritual liegt nicht in diesen Äußerlichkeiten. Sie dienen dem Einstieg, der Vorbereitung.


Das Ritual ist das Erleben an sich.
Die Zeit steht still, während wir uns darauf konzentrieren, etwas intensiv zu erleben und zu erreichen. Das Ritual entreißt uns vorübergehend aus unserem Alltag und öffnet uns einen Heiligen Raum.
In dieser intensiven Erfahrung erheben wir uns und bekommen einen neuen Überblick. Über unseren aktuellen Stand - über unsere Situation.

Ein Ritual kann uns dabei helfen Prozesse einzuleiten. Abzuschließen. Aufzulösen oder neu zu beginnen.

Das Wesentliche an einem Ritual ist die Verbindung. Ein Ritual soll heilen.
Uns, andere, die Situation,  die Natur, das Leben.Die Verbindung,  die wir dabei herstellen, ist eine Verbindung zu uns selbst. Zu Gott, zur Erde,  zum Himmel und zu anderen Menschen. Es ist ein wirkungsvolles Instrument zum "Ganz" werden. Zum Wahrhaft Sein.

Wenn du ein Ritual zur eigenen Kraftfindung erleben möchtest,  kannst du das auf dem AWAKE Wochenendworkshop am 17.10/ 18.10.2015. Anmeldung und nähere Infos erfährst du auf der Seite Workshops.

Ich würde mich freuen, dich dort zu begrüßen! Herzlichst Heike 



Anfang August 2015

Mein Lieblingsbuch

 

 

 

 

Gestern Abend bin ich spät durchs Feld gefahren. Es war dieses ganz besondere Licht um mich herum, dass eben nur im Spätsommer alles golden und weich abtönt.

Unwirklich. Ich hab angehalten  und mich auf eine Bank gesetzt. In mich hinein gelauscht. Und gemerkt wie ich hineintreibe, in dieses Leuchten und endlich wieder in meine innere Stille komme.

Die letzten Tage waren anstrengend. Ruhelos. Etwas ist zu Ende. Ich muss wieder loslassen. Und ich will es diesmal auch. Ich hab mein Lieblingsbuch wieder und wieder gelesen. Ich kenne jeden Satz, weiß wie es endet- aber anstatt es irgendwann auch mal wegzulegen, hab ich es immer wieder von vorn angefangen. Weil es mein Lieblingsbuch ist.

Jetzt weiß ich, es ist Zeit für ein neues Buch. Eins, dessen Ende ich nicht kenne. Eins, in dem mich andere Hauptfiguren fesseln. Es ist Zeit, neue Wege zu gehen. Einem neuen Buch Raum zu geben. 

Das alte Buch ist geschlossen. Es hat mich so lange begleitet. Es war da, wenn ich es brauchte. Es hat mich inspiriert, mich gefordert, mich zum Lachen gebracht. Ich hab geweint an manchen Stellen. Es hat mich in eine Welt entführt, die hell und lebendig gestrahlt hat - und es hat mich glücklich gemacht. 

Aber es hat kein Happy End.  Es zuzuschlagen, hat erst einmal alles verdunkelt. Jetzt steht es im Regal und ich betrachte es voller Dankbarkeit und auch mit Demut. Mit großer Liebe. Wehmut, Bedauern, all das ist da. Angst. Wird das neue Buch mich auch so fesseln? Der Platz im Regal bietet Raum für ein neues Buch. Und wenn ich in diesem goldenen Zwielicht tief einatme,  wird auch alles wieder hell.

Ich freu mich etwas Neues zu lesen. Herzlichst Heike


Mai 2015

Ohne das, was du nicht bist, kannst du nicht sein, was du bist

 

 

 

 

Ein neuer Partner. Was für ein Gefühl....

Alles leuchtet etwas heller, glänzt, den ganzen Tag laufen wir mit einem Lächeln durch die Welt. Spannend, aufregend, rundum toll. Toll wollen wir dann natürlich auch selbst sein. Anziehend, interessant, der andere soll uns mögen, soll unsere besten Seiten erkennen. Wir sind entzückt, wenn wir Gemeinsamkeiten entdecken und wenn der andere uns reflektiert- wir sind das, was er will. Ich bekomme das eher selten hin. Ich bin auch in der Anfangseuphorie nervig, manchmal zickig, ich verstehe den anderen falsch, ich bin schnell enttäuscht, wenn meine Vorstellung nicht der Realität entspricht. Im Klartext- ich bin ich.

Einer meiner besten Freunde sagt: "konfrontiere deinen Partner ruhig gleich richtig mit dir. Wenn er dann bleibt, ist er der Richtige."

So unrecht hat er damit nicht.  Meine Oma sagte immer- "halt dich geschlossen". 

Meiner Ansicht nach kein guter Rat! Natürlich ist es klüger, zuerst einmal ein festes Band an Zuneigung entstehen zu lassen, damit es uns in den ersten Konfrontationsstürmen nicht gleich auseinanderwirbelt. Aber das ist nur dann zielführend wenn es nicht bedeutet, sich in den ersten Wochen und Monaten anders zu verhalten als sonst. Sie sagte auch "willst du gelten, mach dich selten"- ebenfalls ein Rat, den ich noch nie befolgt habe.

Ich bin ganz vieles nicht. Ich bin nicht gelassen, eher ungeduldig. Ich bin nicht duldsam. Es gibt Grenzen, die mir wichtig sind, und von denen ich möchte, dass mein Gegenüber sie akzeptiert. Wenn ich jemanden mag, will ich es zeigen und sagen können. Nicht selten- sondern genau dann, wenn mir danach ist. Ich will mich nicht interessant machen, indem ich so tue, als hätte ich kein Interesse am anderen. Ich habe viele Eigenschaften, die mich ausmachen. Und die will ich nicht werten. Für den einen sind sie bereichernd, für den anderen vielleicht eher anstrengend.

Ich lasse meinen Partner entscheiden, was er "gut" findet und was eben nicht. Ich greife nicht vor, indem ich mich bewerte und ihm nur das präsentiere, von dem ich glaube, es kommt gut bei ihm an. Das lässt mich authentisch sein. Ich glaube, dass Zeit keine Rolle spielt, wenn es zwischen 2 Menschen "passt". Dann ist von Anfang an Raum für alles da. Beide dürfen einfach sie selbst sein und sich mit der vollen Bandbreite an Gefühlen begegnen. Auch mit Ängsten und Verletzungen. Mit ihren Hoffnungen. Und nur dann ist wahrhaftes Kennenlernen möglich.

Denn das, was wir wirklich wollen ist doch jemand, der uns wirklich bejaht. Als Komplettpaket Mensch. Jemand, bei dem wir keine Maske tragen, bei dem wir ankommen. Mit dem wir uns gegenseitig bereichern, mit dem wir lernen. Das geht nur, wenn wir uns öffnen. Wenn wir den Einblick zulassen, auf alles das, was uns ausmacht. Und vielleicht bleibt der andere gerade deswegen....Herzlichst Heike



April 2015

 

 

 

 

Vom Lernen und Vorangehen

 

 

 

 

Die letzten Wochen waren turbulent.

Vieles ist passiert und ich habe ein großes Geschenk bekommen- ich durfte lernen. Vom Leben.

Das hat sich leider erst einmal nicht wie ein Geschenk angefühlt.

Gefangen in einem Chaos aus Emotionen, Mustern und alten Fixierungen bin ich orientierungslos durch meinen Alltag gewankt, ich hab funktioniert  so gut ich konnte- auf der Suche nach Antworten, nach Sinn und  Halt. Es gab viel Wut und Verzweiflung, Ablehnung der Dinge, wie sie waren- und ich bin tief in mich selbst gefallen. Hier an diesem stillen tiefsten Punkt hab ich gelegen und gehadert. 

Mit mir selbst und mit dem was ich nicht annehmen wollte. Ich hab mich verweigert - ich tat mir leid. Aber das Leben ist hartnäckig. Es hört nicht auf, sein Angebot zu machen- Lerne!

Der Nebel lichtete sich, und endlich war ich bereit, hinzusehen. Und anzunehmen. Nicht mehr dagegen anzukämpfen- gegen mich selbst, und gegen das, was mein Weg sein soll. Was ich lernen soll. Mich hinzugeben, demütig zu sein, nicht bestimmen zu wollen und loszulassen. Gelassen voranzugehen. Ich bin zum Lernen auf dieser Welt. Dazu, mich zu entwickeln. Ich vergesse das manchmal... Davon überzeugt genau das zu tun, bin ich stehengeblieben und hab es nicht bemerkt.

Eine Frau, deren Arbeit mit den Pferden ich sehr schätze, schrieb dazu kürzlich: "Wer wirklich lebt, der entwickelt sich weiter, einfach dadurch,  dass er sehr viel feiner wahrnimmt. Auch sich selbst". Und dass man "fortschreitet"- im wahrsten Sinne, dass man vorangeht, egal was kommt.Manchmal fällt es so schwer voranzugehen. Die Dinge anzunehmen wie sie kommen, Geduld mit dem Leben und mit sich selbst zu haben. Und sich dann nicht zu verweigern...Vorangehen in Hingabe. Gelassen.

Wenn das Leben mich immer wieder mit der gleichen Lektion beschenkt, dann habe ich sie noch nicht verstanden. Noch nicht auf den Grund gesehen, meinen Anteil noch nicht gesucht. Und je öfter die Lektion kommt, umso massiver wird sie. Aber wenn ich mich entscheide- für Hingabe und Vertrauen, für wahrhaft sein, dann bekomme ich ein Geschenk.

Wissen. Ruhe- Gelassenheit. Und ich kann wieder aus vollem Herzen ja sagen. Zu mir. Zum Leben. Ich gehe voran. Danke. Herzlichst Heike

 

 

 

 

 

März 2015

Duck dich nicht weg- Nimm deinen Raum ein!

Starke Menschen. Fast überall und in fast jeder Situation stehen sie für sich ein. Für ihre Bedürfnisse. Sie kommunizieren klar und sind dabei sie selbst.

Und dann gibt es diese eine Ausnahme- den Liebespartner. In den letzten Monaten sind mir viele Menschen begegnet, die in ihrer Liebesbeziehung nicht mehr glücklich waren. Sie haben geliebt- aber dabei das Gefühl gehabt, nicht mehr "sie selbst" zu sein. "ich verliere mich"..."ich würde ihm/ihr so gern sagen,dass.... aber"...Warum fällt es uns so schwer, dem Menschen gegenüber klar und wahrhaft zu sein, den wir lieben?

Ich selbst habe mich auch so verhalten. Mit einem Partner, der die Regeln aufgestellt hat. Ich habe akzeptiert- aus Liebe. Dachte ich. Letztlich musste ich feststellen, dass meine Akzeptanz eher der Angst vor Verlust entsprang.

Es dauert manchmal sehr lange, bis wir bemerken, dass wir Dinge tun, bei denen wir nicht authentisch sind. Dass wir glauben, wenn wir "das Richtige" tun, und "gut" sind, wird unser Partner das mit Zuneigung honorieren. Dass wir denken, wir könnten eine Situation durch unser Verhalten in eine bestimmte Richtung steuern. Einen Zustand erhalten. Was für ein Hochmut. Und wie unehrlich- gegen uns selbst- und gegen unseren Partner. 

Kennst du das Gefühl, sehr enttäuscht oder verärgert über deinen Partner zu sein? Wenn du dich unverstanden und nicht gewertschätzt fühlst? Und wenn du dann tatsächlich überlegst, ob du das auch kommunizieren kannst und darfst? Wenn ein Kollege, ein Familienmitglied oder Bekannter dir dieses Gefühl geben würde, würdest du dann auch zögern? Oder es eher ansprechen?

Wenn du befürchtest, mit einem Thema oder einem Widerspruch eine für dich als negativ empfundene Reaktion auszulösen, und deshalb schweigst, dann ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen dich zu fragen: Glaube ich wirklich an mich? Bin ich in meinem Raum? Wenn du  befürchtest,  mit Liebesentzug und Ignoranz "bestraft" zu werden, weil du für dich einstehst, dann bist du bereits dabei dich ordentlich zu verbiegen. Du bist nicht mehr in deiner Mitte und nicht in deinem Raum. Du duckst dich weg.

Typische Fragen wie " das muss er/ sie doch merken!" "wenn er/sie mich liebt, würde er/ sie mich nicht verletzen wollen" oder"warum tut er/ sie das?" Damit kannst du schon mal einen Abend füllen.

Auf diese Fragen möchten wir natürlich unbedingt Antworten. Wir haben sie unserem Partner mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal gestellt und eine Reaktion oder Antwort bekommen, vor deren Wiederholung wir uns fürchten.  Also stellen wir diese Fragen uns selbst, wir besprechen sie mit der besten Freundin, dem besten Freund. Und dabei reflektieren wir in erster Linie unseren Partner. Warum er so handelt, so redet, was ihn antreibt... wir beleuchten ihn und unsere Situation von allen Seiten. Und sind dabei überhaupt nicht bei uns selbst. Bei unserem Anteil. Wir werden vorsichtig, formulieren vielleicht eine email um, damit nichts "falsch" ankommt, überlegen was wir wann und wie sagen- damit es auch "passt". Damit unterdrücken wir uns selbst. 

Was aber hat das mit dir zu tun? Alles. Das Gefühl ist dein eigenes, nicht dein Partner ist derjenige, des dafür verantwortlich ist, du selbst bist es. Wenn du dich nicht gewertschätzt fühlst, dann vielleicht, weil du es selbst nicht tust?  Überwinde diese alten Glaubensmuster. Schätze dich. Erkenne deine Einzigartigkeit. Die Wut, die Angst, das "sich unverstanden" fühlen, all das bist du.  Wir sind nicht mehr wahrhaft, wenn wir uns wegducken. Dann rennt man uns um. Wenn wir unseren eigenen Raum verlassen, ihn nicht ausfüllen, dann wird vielleicht jemand anders hineintreten.

Woher nehmen wir also den Mut, klar und konsequent zu uns und unseren Bedürfnissen zu stehen? Die Angst zu überwinden, unbequem zu sein? Auch mal mit "nicht gemocht" werden fertig zu werden? Es ist das Komplettpaket Mensch, auf das wir uns in einer Beziehung einlassen. Wie schaffen wir es auch diese Momente annehmen zu können, und uns dennoch hinzugeben, es auszuhalten? 

Mit unserer Selbstliebe. Aus der inneren Kraftquelle heraus, die von unserem höheren Selbst immer wieder aufgefüllt wird. Die uns den Mut verleiht, vollkommen wir selbst zu sein und unseren Platz einzunehmen. Der innere Funke, der uns so einmalig und liebenswert macht. Aus dieser Kraft heraus können wir erkennen, dass wir nicht anstrengend sind, wenn wir anderer Meinung sind. Dass wir viel klarer wahrgenommen werden, wenn wir unsere Bedürfnisse auch deutlich äußern. Dass wir dann stärker sind.

Dein Platz auf dieser Welt gehört nur dir. Er wartet nur darauf, dass du ihn einnimmst! Mit all deinen Stärken- und auch mit deinen Schatten. Beides gehört zu dir, es sind die beiden Seiten einer Münze, die dich ausmachen. An deinen Schatten zu wachsen und Licht hineinzubringen bis du wirklich wieder strahlend in deiner ganzen Kraft stehst - dabei kann dein Liebespartner dein bester Lehrer sein. Hab den Mut auch ihm gegenüber genau das zu sein, was du bist. Glaub an dich. Herzlichst Heike


 

 

 

 

November 2014

Lass es raus!

 Ich bin wütend. Und zwar richtig. In meiner Wut kann ich kaum einen klaren Gedanken fassen.

In meinem Bauch befindet sich eine kleine heiße Faust und rumort.  Sie will zuschlagen. Aber ich schlucke dagegen an. Kämpfe gegen die Faust bis sie schmilzt.

Ich bekomme Sodbrennen und Schluckauf.
Ich will nicht wütend sein!
Aber warum eigentlich nicht?

Wenn ich als Kind wütend war, habe ich mich auf der Erde gewälzt und geschrien. Ich fand das in gewissen Situationen durchaus angebracht. Laut meiner Mutter habe ich mich in diesem Zustand immer sehr   gesteigert. Mit den Fäusten auf die Erde trommelnd, lauthals schreiend. Heute hört sich das für mich wunderbar an- so befreiend. Sie hat mir bei meinen Wutanfällen immer gesagt, ich mache sie damit traurig. Und meine gezeigte Wut irgendwann damit beendet, dass sie mich in einem überfüllten Kaufhaus liegen lassen hat und gegangen ist. Ich war 5 und die Lektion saß. Meine Wutanfälle hörten auf. Wenn ich wütend wurde, ließ man mich allein. Ich machte die Menschen damit traurig. Meine Wut schadete anderen. Ich wollte beides nicht. Wütend war ich allerdings trotzdem noch. Jahrelang war ich ein Richter, der auf andere wütend war.
Und auf mich selbst. Es fällt mir immer noch schwer, auf andere Menschen wütend zu sein. Besonders auf meinen Mann. Leider ist er es aber, der mich am schnellsten und effektivsten in diesen Gefühlszustand versetzt.

Und er schafft es auch, mir immer wieder zu zeigen- er hält meine Wut aus. Er geht eben nicht. Er bestraft mich nicht, weil ich wütend auf ihn bin. Er reflektiert mich und ist wahrhaft. Er kann mit Wut gut umgehen, auch mit seiner, da habe ich Glück. Er lässt sie „fließen“…

All das zu begreifen, zu erfassen, ist nicht leicht. Es erfordert viel offene Wahrnehmung.
Und eine weitere echte Herausforderung ist zu erkennen- was steckt hinter der Wut? Ist es eigentlich Angst?
Und auf wen sich die Wut wirklich richtet.... In meinem Fall fast immer und zum größten Teil auf mich selbst. Wütend sein, macht mich richtig wütend.

Wenn mir meine Gefühle bewusst werden und ich sie zulassen und ausdrücken kann, dann nehme ich wieder mit mir selbst Kontakt auf. Bin ich wütend, stehe ich im Außen, blockiert und gepanzert. Erst durch echtes Wahrnehmen komme ich wieder in einen balancierten Zustand. Ich kann meinen Panzer ausziehen und beginnen, das Gefühl Wut und Angst zuzulassen.
Dann habe ich wieder Kontakt zu mir selbst, alte Einstellungen wie „meine Wut schadet.“, „es ist zu schmerzhaft“ oder „ich bin in meiner Wut nicht liebenswert“ kommen ans Licht und können eingehend betrachtet werden. Meine Gefühle gehören zu mir, ich darf mir erlauben sie zuzulassen und muss sie nicht mehr auf andere projizieren oder in destruktivem Verhalten ausagieren, ich darf sie voll ausdrücken– mit meiner Stimme, meinem ganzen Körper. Dann spüre ich wie Blockaden sich lösen. Meine Energie wieder zu fließen beginnt.

Und ich kann Loslassen. Losgelassen erlebe ich meine Gefühle plötzlich wieder kraftvoll und mit purer Energie, sie bereichern mich, sie stärken mich. Diese Kraft kann ich annehmen.
Diese veränderte Energie meiner Gefühle stärkt meine Beziehungen. Wut kann also kanalisiert werden, und ist eine wichtige Kommunikationsform zwischen zwei Menschen...

Meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen macht mich offener für andere Menschen und deren Gefühle. Es stärkt den Respekt- vor mir, und vor anderen.

Diesen Prozess des Wahrnehmens durchlaufen wir auch im Coaching bei Bukephalos. Wir stellen uns immer wieder neu unseren Gefühlen und überwinden Blockaden. Mit wachsendem Vertrauen stellen wir fest- wir haben mit unserer Wut eine weitere Form von Energie, für uns und für unsere Beziehungen. Herzlichst Heike


 

 

 

 

 

Oktober 2014

Der „perfekte“ Partner?

Um mich herum sind viele glückliche Paare.

Sie führen „normale“ Beziehungen, die in unserer Gesellschaft  üblich sind. Sie leben zusammen und teilen Ihren Alltag. Sie sind nicht alle verheiratet, aber die meisten leben zusammen. Geburtstage und Partys besuche ich meistens allein. Ich sehe mich um, in die vielen Gesichter, höre die vielen kleinen Alltäglichkeiten, die Paare so teilen.

Ich sehe kleine Konflikte, liebevolles Necken.
Und ich sehe auch, dass viele gar nicht so glücklich in ihrer Beziehung sind.
Ihr Blick zueinander sagt- bist du (noch) der „perfekte“ Partner für mich?

Ich habe auch eine Beziehung. In erster Linie zu mir selbst (und zu vielen anderen) aber auch eine ganz besondere- zu einem ganz besonderen Mann. Keine Alltägliche, keine, die der Norm entspricht, eine, die von vielen schwer zu akzeptieren ist.

Ins Kino gehe ich mit Freunden. Ich teile mein Leben- aber nicht meinen Alltag. Kann das der „perfekte“ Partner sein?

Viele glauben, schon durch die äußeren Umstände meiner Beziehung müsste sie alles andere als perfekt sein.  Ich glaube, die „perfekte“ Beziehung gibt es nicht.
Aber einen Menschen, der unser „perfekter“ Partner sein kann.

Warum lieben wir einen anderen Menschen? Dazu gibt es ja einiges an Theorien. Meine ist, das wir auf dieser Welt sind, um zu lernen. Um uns zu entwickeln. Unsere Seele.
Jeder von uns hat ein Thema, an dem er oder sie sich entwickeln soll. Unser Thema trifft uns in vielen Situationen und Lebensbereichen, aber die Königsdisziplin ist unser Partner.
Ich glaube, dass wir uns in den Menschen verlieben, von dem wir am meisten lernen können.
Wir bekommen die Chance, uns aneinander zu entwickeln.

Ich selbst hab es nicht so mit dem loslassen. Hohe Erwartungen sind ein Thema für sich. Ist es da verwunderlich, dass ich einen Partner habe, der keins dieser Themen „ vollumfänglich" erfüllt?

Ich habe lange und teilweise schmerzhaft gelernt, dass ein anderer Mensch nicht dazu da ist, mich glücklich zu machen. Das ist allein meine Verantwortung. Ich habe gelernt, dass Erwartungen an andere (und teilweise auch an mich selbst) nicht zielführend sind. Ich versuche, keine zu haben. Klappt nicht immer(;))) Und dann gibt es Konflikte. Und die Gelegenheit, etwas über mich selbst zu lernen! Meine Fixierungen und Anhaftungen zu erkennen, meine Muster. Und sie bei mir zu lösen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Viele von uns führen Beziehungen mit ihrem Partner, in denen fast keine Kommunikation mehr stattfindet. Der Alltag verbindet noch, die Gewohnheit, Bequemlichkeit, finanzielle Abhängigkeit, Kinder, Verpflichtungen- es gibt zig Gründe, in einer Beziehung zu sein, die wenig mit Liebe zu tun haben.

Ich sehe unglückliche Menschen, in ihrer Beziehung wie Schlafwandler erstarrt. Bewegungslos. Ohne Kraft, ohne Mut, den Schritt zur Veränderung zu gehen. In Zwängen verharrend. Ohne Leidenschaft, und die daraus entstehende Energie, die für eine Beziehung unerlässlich ist. Menschen bleiben als Paar zusammen aus Gründen, die für mich schwer zu verstehen sind. Und sie zahlen einen hohen Preis.

Findet dann noch Lernen aneinander statt?
Ist es möglich, sich mit einem Partner zu entwickeln, für den man keine Liebe empfindet?
Da war doch mal Liebe? Was ist passiert?
Der Partner schien doch irgendwann mal perfekt?

Es ist leicht, dem Partner die Schuld zu geben.
Wäre er nicht… würde Sie nicht….wenn er…. Hätte sie….
Dann, ja dann könnte ich selbst!
Wir können. Jederzeit und immer! Es liegt allein an uns.
Wir entscheiden, wie unser Leben aussehen soll.
Und wir tragen die Verantwortung nur für uns selbst.
Kinder sind immer das stärkste Argument. Aber kann ich wirklich ein guter Elternteil sein, wenn ich selbst unglücklich in äußeren Lebensumständen verharre? Welche Energie gebe ich meinem Kind dann? In welchen Stimmungsmustern wächst es auf?
Und was wird es im Familiensystem spiegeln?

Der Partner bringt uns schnell aus unserer inneren Balance. Sein Verhalten kann unsere Stimmung entscheidend verändern. Wenn wir innerlich tot sind und keine Gefühle mehr zulassen, fühlen wir uns auch selbst nicht mehr richtig.
Selbst in diesem Zustand  ist uns aber nicht egal, was der Partner tut. Denn wir gehen immer noch in Resonanz mit ihm, sind ärgerlich oder wütend und traurig.
Und es ist nicht leicht, dann zu erkennen- es ist hilfreich!
Der Partner zeigt uns die Dinge in uns selbst, die wir heilen können. Vergeben können. Die Chance ist immer noch da. Nur wir allein verlassen unsere innere Mitte und fallen aus unserer Balance. Nur wir allein entscheiden uns für eine falsche Erwartung.
Dafür, uns nicht wohlzufühlen.

Einige erkennen das. Sie suchen sich Hilfe. Gemeinsam. Sie entwickeln sich und finden wieder auf einen Weg zurück, der vielleicht auch wieder in Liebe endet. Andere trennen sich. Sie halten sich für nicht kompatibel auf ganzer Linie. Sie laufen weg. Und erleben mit dem nächsten Partner genau das Gleiche.

Das Leben zeigt uns unsere Themen. Deutlich. Es fordert uns auf, daran zu arbeiten und uns zu entwickeln. Wir haben immer die freie Wahl- wir können jederzeit sagen: Ja, danke, aber ich möchte nicht! Das funktioniert. Für eine Weile. Dann klopft uns das Leben wieder auf die Schulter und sagt: Schau mal- da ist es wieder, möchtest du jetzt? Irgendwann sollten wir vielleicht hinsehen....

Wenn wir also einen Partner  getroffen haben, der uns zwingt, uns selbst immer wieder zu reflektieren, der uns in heftige Emotionen stürzt, der nicht so in der Spur läuft, wie wir das gern hätten, der uns sprachlos macht, irritiert und wütend, der uns Nähe verweigert oder zuviel davon gibt, der uns an unsere Grenzen bringt und darüber hinaus, dann macht uns das Leben damit ein riesengroßes Geschenk.

Es ist vielleicht der „perfekte“ Partner für uns. Der Partner, an dem und mit dem wir uns in einen zufriedenen, glücklichen und liebenden Menschen entwickeln können.
In uns ruhend, voller Kraft und mit sehr viel Liebe.
Wenn wir den Mut haben, hinzusehen.
Wahrzunehmen, was uns mit unserem Partner wirklich verbindet und was für eine Chance das Leben uns mit ihm bietet.

Herzlichst Heike


 

 

 

 

21. Oktober 2014

Von Selbstliebe und Malen.

„Nimm dich an. So wie du bist“. Eventuell noch „lieb dich einfach selbst“. Ein ganz schön hoher Anspruch, oder?

Und für viele von uns eigentlich fast nicht machbar, denn wie soll das gehen, wenn wir voller Selbstzweifel und Ablehnung sind, voller dunkler Gefühle, die wir nicht zuordnen können.

Wenn wir nicht wissen, wie wir das anstellen sollen, wie muss – oder soll es sich denn bitteschön anfühlen, dieses Gefühl von Liebe? Die Aufforderung zur Selbstliebe stürzt uns dann vielleicht in einen noch tieferen Abgrund- denn was bitte machst du denn jetzt- wenn du dich eben nicht so liebst wie du bist?  Wer gibt dir eine Bedienungsanleitung, ein Rezept oder ein Handbuch dafür, dass und wie du dich selbst liebst? Literatur findet sich ja genug…

Aber kann man sich Selbstliebe anlesen? Antrainieren? Ich glaube, das ist gar nicht nötig.

Denn genauso wenig wie wir Liebesgefühle für andere Menschen steuern können- denn Liebe entzieht sich nun mal jeder Kontrolle- genau so wenig können wir bestimmen, ob wir uns selbst lieben.

Ok, wirst du jetzt sagen, danke, genau das hab ich noch gebraucht. Und jetzt? Ich bemühe mich- aber das Gefühl ist nicht da! Eben gar nichts musst du tun. Sich selbst zu lieben ist ein vollkommen natürlicher Zustand in dem sich erstmal jeder von uns befindet. Aber manchmal  vergessen wir das. Oder sind nicht mehr in der Lage uns selbst zu spüren- unsere Gefühle – nicht nur für andere, auch für uns selbst.

Wenn wir von Liebe sprechen, dann meinen wir meistens das Gefühl „Liebe“. Das wir für einen anderen Menschen empfinden. Ein aktives Gefühl, dass wir ins Außen tragen. Es gibt aber auch eine innere Haltung von Liebe. Du bist hier auf dieser Coaching Seite-warum, wenn nicht aus einer tiefen Verpflichtung, die du verspürst.

Und zwar dir selbst gegenüber!

Du sorgst gerade dafür, dass du dich wohl fühlst. Du hast also ein Interesse daran, dass es dir gut- oder besser geht, möchtest dich entwickeln und  mehr über dich erfahren, möchtest vielleicht neue Wege gehen. Damit hast du also offensichtlich schon eine gute Beziehung zu dir selbst und übernimmst die Verantwortung für deine Bedürfnisse. Dafür, was immer du sein, werden oder erreichen willst. Genauso wie ein liebevoller Partner das tun würde. Oder ein fürsorglicher Elternteil. Ein wirklich guter Freund.

Ich nenne das Liebe!

Und ich glaube, dass dieser liebende Anteil von dir, der dich genau in diesem Moment diesen Text lesen lässt, der nimmt bedingungslos an. Der akzeptiert und respektiert. Deine lichtvollen Seiten- aber auch deinen Schatten.  Er liebt alles an dir, was dich vielleicht verzweifeln lässt, von dem du glaubst, es sei eben nicht liebenswert, für das du dich vielleicht schämst, was dir nicht gut genug ist.

Lass dich einfach lieben! Versuch nicht verzweifelt, dich selbst zu lieben, sondern lass einfach nur zu, dass dieser Anteil in dir atmen kann und wächst.

Du brauchst nichts zu erzeugen- nur zulassen.

Auch in einem  Zeichen Coaching kannst du dich dir selbst wieder annähern. Durch einen neuen Ausdruck mit Farbe und Form einen Weg finden, wieder mehr in deine innere Balance zu kommen. Es kann dich unterstützen, diesen liebenden Anteil wiederzufinden.

Herzlichst Heike